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WIEN/ Staatsoper: LE GRAND MACABRE von G. Ligeti. „Gelungene Weltrettung“

Wiener Staatsoper: 20.3.26 „Le Grand Macabre“, Staatsoper, „Gelungene Weltrettung“
An der Staatsoper entsteigt er wieder seiner Gruft: der große Makabre Nekrotzar. Es handelt sich um die erste Reprise von „Le Grand Macabre“ nach der Premiere im Herbst 2023. Vier Vorstellungen sind angesetzt, besucht wurde die zweite Vorstellung der laufenden Serie.

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Auf der Bühne stand im Wesentlichen die bereits bewährte Premierenbesetzung. In der Rolle des Fürsten Go-Go gab Xavier Sabata sein Rollendebüt im Haus am Ring. Neu besetzt waren auch die Partien des Rufflack, Schobiack und Schabernack. Naturgemäß hat auch dieses Mal der Weltuntergang nicht stattgefunden, weil die Breughelländer erneut den bösen Nekrotzar unter den Tisch gesoffen haben. Leider funktioniert diese Strategie zur Apokalypsenabwehr nur in Opernhäusern.

Gemessen am Provokationspotential von György Ligetis Oper ist die Staatsopern-Variante in der Inszenierung von Jan Lauwers allerdings recht zahm ausgefallen. Die von ihm dem Figurenkatalog hinzugefügten Tänzerinnen und Tänzer sind mit ihrer deutlich gezeigten Erotik alles andere als „makaber“ und „behübschen“ den drohenden „Weltuntergang“. Die Schauplätze werden auf der offenen Bühne viel zu vage angedeutet und die brutale Groteske so mancher Szene wird durch Klaumauk verwässert…

http://www.operinwien.at/werkverz/ligeti/agrand4.htm

 

Dominik Troger/ www.operinwien.at 

 

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