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WIEN/ Staatsoper: LA CLEMENZA DI TITO- Langweiliger Premierenabend

am 9.3. (Dominik Troger/ www.operinwien.de)

9.3.26, „La clemenza di Tito“, Staatsoper, Premiere Wenig Glanz verbreitete die Neuinszenierung von „La clemenza di Tito“ an der Wiener Staatsoper.

Die mit tänzerischem Aktionismus übertünchte „Insuffizienz“ der Inszenierung von Jan Lauwers sowie mäßige Gesangsleistungen summierten sich zu einem langweiligen Premierenabend.

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Foto: Youtube

Mit dem Titus ist es so eine Sache: Seine Milde ist mehr Utopie als gelebte Wirklichkeit. Als politische Handlungsanleitung ist sie mit großer Vorsicht zu genießen und kann leicht als Naivität ausgelegt werden. Trotzdem – und das dürfte die Quintessenz der ganzen Geschichte sein – appelliert sie an den Charakter des absoluten Herrschers, seinen Emotionen die Zügel der Vernunft anzulegen. Solche Botschaft ist für eine „Krönungsoper“ nur angemessen und Mozarts „La clemenza di Tito“ ist auch zum ersten Mal 1791 aus Anlass der Krönung von Kaiser Leopold II. zum König von Böhmen erklungen.

Im Haus am Ring wurde „La clemenza di Tito“ selten gespielt, von 1880 bis 1991 sind im Onlinearchiv der Staatsoper nur 25 Vorstellungen verzeichnet. Die Neuproduktion von 2012 hat es immerhin auf 19 Vorstellungen gebracht – und diese „Clemenza“ in der Inszenierung von Jürgen Flimm ist noch 2023 (!) mit einer Wiederaufnahme bedacht worden. Das Werk wurde seit der Jahrtausendwende auch an der Volksoper gegeben, im Theater an der Wien, und sogar an der Kammeroper. Für die letzte Wiener Neuinszenierung haben die Festwochen vor zwei Jahren gesorgt. Deshalb hat sich mir die Notwendigkeit der aktuellen Neuinszenierung an der Staatsoper  nicht erschlossen.

Die bereits erwähnte Staatsopern-Neueinstudierung im Jahr 2023 hat – wie auch diese Premiere – Pablo Heras-Casado musikalisch betreut und dirigiert. Die Ouvertüre begann forsch, fast drohend, um dann gleich (zu) schnell weiterzueilen, mehr auf der Suche nach Emotionen, als dem gediegenen „Klassizismus“ einer „Krönungsoper“ nachzuspüren. In der Begleitung der Arien erfreuten viele schön herausgehobene instrumentelle Details, aber so ganz konnte diese Mischung aus „schönen  Ecken und Kanten“ dann doch nicht überzeugen, schienen sich die Spieltradition des Staatsopernorchesters und „historische Informiertheit“ auf Kosten eines flüssigen, etwas imperial angehauchten „Mozartstils“ zu durchkreuzen.

http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/atitus11.htm

 

Dominik Troger/ www.operinwien.at 

 

 

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