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WIEN/ Staatsoper: LA CLEMENZA DI TITO (16.3.2026)

Wien/ Staatsoper
La clemenza di Tito am 16.3. 2026

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Foto: Youtube

Wir leben in interessanten Zeiten. In Salzburg wird der Intendant über Vorfälle gestolpert, die in der behaupteten Sache nicht bewiesen scheinen. Auf der Bühne des größten Repertoire-Hauses des Landes, wenn nicht der Welt, spielt man Mozarts letzte Oper, ohne sie aufzuführen. Hier die Zauberlehrlinge mit den Besen, deren Aufsicht ihnen längst schon entglitten ist; da die utopische Milde eines Herrschers im szenischen Nichts. Gemeinsam ist beiden Schauspielen ihre schlechte Spielleitung, die Absenz jeden Gefühls für den richtigen Zeitpunkt. Interessante Zeiten, fürwahr.

n Wien erlag Jan Lauwers einmal mehr der unter Spielvögten beliebten Versuchung, die Ouverture einer Oper bebildern zu müssen. Dafür stellte er den frisch gekrönten Tito auf die Bühne — obwohl dessen Auftritt doch erst für die vierte Szene zu erwarten stand — und uns Berenices Abschied vor; weil einmal in Caterino Tommaso Mazzolàs Libretto auf die Vorlage von Pietro Metastasio davon die Rede geht. Eine Leseschwäche; — oder fehlendes dramatisches Gespür?

Denn nicht Berenice ist das Losungswort. Um La clemenza di Tito zu sehen versammelten sich Kenner und vornehme Personen im Hause im Ring. Doch gab man, zumindest im Anfange: Berenice.

Berenice, seinerzeit, bei Jürgen Flimm: schlank und rank, ein Model auf High Heels, mit Entourage. Bei Lauwers: ein bedauernswertes, barfüßiges Blondwesen (Nikola Majtanova), das von Tanzhelferlein so oft kunstvoll über die Bühne geschubst, gehoben und gezerrt wurde, bis die dadurch entwertete Ouverture zu Ende gespielt ward

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Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

 

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