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WIEN/ Staatsoper: LA CENERENTOLA

07.12.2014 | Oper

WIENER STAATSOPER: 6.12. 2014 : „LA CENERENTOLA“


Alessandro Corbelli. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

 Ein Hausdebut und zwei weitere Rollendebuts bieten Grund genug, sich die krampfhaft „lustige“ Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf wieder anzutun. Erstmals an der Staatsoper war die junge Amerikanerin Elizabeth DeShong zu hören. Sie präsentiert einen Mezzo mit breiter, voller Alt-Tiefe, runder Mittellage und sicheren Koloraturen. Dem jungen Tenor Jinxu Xiahou hat man sicher ein zusätzliches Handicap dadurch beschert, dass er in dieser den ursprünglich geplanten Juan Diego Florez ersetzen musste. Er ließ sich dadurch aber nicht beirren und ließ einen schon leicht metallisch klingenden Tenor mit strahlender und sicherer Höhe hören. Am wenigsten gelang das Debut von Tae-Joong Yang als Dandini. Der Bariton hatte noch vor drei Wochen dankenswerter Weise eine Barbier-Vorstellung durch sein Einspringen im zweiten Akt gerettet, kommt aber mit dem Kammerdiener nicht wirklich zurecht. Vielleicht konzentriert er sich auch zu sehr auf die Regie, um stimmlich locker bleiben zu können. Was sie von der Regie halten, zeigten die beiden „Überbleibsel“ aus der Premierenbesetzung, Alessandro Corbelli als Magnifico und der frisch gebackene Kammersänger Ildebrando d’Arcangelo (Alidoro), die hemmungslos auf Pointenjagd gingen. Hila Fahima und Juliette Mars waren die beiden bösen Schwestern.

Am Pult versuchte Jesús López-Cobos der szenischen Flaute mehr oder weniger Paroli zu bieten. Der Chor entledigte sich seiner inszenierungsbedingt peinlichen Auftritte routiniert. Ewig schade, dass diese Neuinszenierung das Verschwinden der entzückenden Freyer-Regie an der Volksoper zur Folge hatte.

Da hier immer wieder geschrieben wird, dass sich die Zuschauerreihen nach der Pause lichten, ist diesmal das Gegenteil eingetreten. Da offenbar viele Besucher den vorweihnachtlichen Wochenendverkehr unterschätzt hatten, war das Parkett nach der ersten Lichtpause besser gefüllt als zu Beginn.

 Wolfgang Habermann

 

 

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