Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA

Wiener Staatsoper:  Il Barbiere di Siviglia,  25.9. 2022

il barbiere di siviglia z9b1623 molinari sekgapane caria
Cecilia Molinari, Levy Sekgapane, Marco Caria. Foto. Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Erst jetzt, ein Jahr nach der Premiere, hatte ich die Gelegenheit, die neue Barbiere-Inszenierung zu sehen, dafür gleich zweimal.

Ich muss sagen, mir gefällt diese farbenfrohe, lebendige Gestaltung mit den zeitweise sich bewegenden Farbflächen sehr gut. Vor Allem wird dadurch aber auch die Zeitlosigkeit dieses Werkes aufgezeigt. Lebendig, mit dieser unglaublichen Lebenskraft und Lebensfreude, ja man könnte sogar sagen, mit psychotherapeutischer Wirkung strömt diese Musik zum Publikum, und Herbert Fritschs Inszenierung mit den Kostümen von Victoria Behr unterstützen diese Wirkung.

Vor allem aber die Personenführung finde ich genial. Alles wird von den Sängerdarstellern so mit Leben erfüllt, als könnte es gar nicht anders sein.

Und bei den Sängern kommt man dann auch ins Schwärmen.

Levy Sekgapane aus Südafrika ist ein Almaviva, der die reichen Koloraturen seiner Arien perfekt und elegant meistert und mit Freuden alle hohen und höchsten Töne aussingt.

Paolo Bordogna als Bartolo ist überhaupt eine Sensation, herrliche Stimme und unglaubliche Parlandofähigkeiten. Cecilia Molinari ist eine bezaubernde, perfekt singende Rosina, mit wirklich schöner Stimme.

Schließlich der sehr sympathische Marco Caria als Figaro, ein Weltklassebariton. Auch Peter Kellner mit seinem  wohlklingenden, voluminösen Bass, muss sich wahrlich nicht verstecken, die Arie „La calunnia“ war auch diesmal ein Highlight.

Ein anderes Highlight gelang Aurora Marthens mit der kleinen Rolle der Berta, die sie äußerst effektvoll in Szene setzte, ihre Stimme ließ immer wieder aufhören. Auch Nikita Ivasechko als Fiorello, Alejandro Pizarro-Enriquez und der aus großartigen Sängerschauspielern bestehende Chor ließen nichts zu wünschen übrig.

Und Ruth Brauer-Kvam als Ambrogio war mit ihren geschmeidigen Tanzeinlagen auch eine  erfreuliche Erscheinung.

Für all diese Lebendigkeit, Spritzigkeit, Unterhaltung im besten Sinne des Wortes legte  Giacomo Sagripanti mit dem Staatsopernorchester das Fundament. Höhepunkt folgte auf Höhepunkt, vor Allem die Ensembleszenen und das folgende wunderbare Finale des 1.Aktes gelang mit perfekten Übergängen.

Christoph Karner

 

Diese Seite drucken