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WIEN/ Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA – Notizen über ein Mißverständnis.

WIEN/ Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA am 4.10.2021

Die Wiener Staatsoper bietet eine Neuproduktion von Rossinis bekanntester Oper. Ein weiteres Mal vertraut die Leitung auf modisches »Regisseurstheater« im Stil eines Stagione-Hauses; — ohne alle erforderlichen Investitionen in die offensichtlich als überflüssig erachtete vokale Qualität.
Notizen über ein Mißverständnis.

»Il barbiere di Siviglia«, 1. Akt: Ruth Brauer-Kvam (Ambrogio), Paolo Bordogna (Bartolo) und Vasilia Berzhanskaya (Rosina) im »Bühnenbild« und der Inszenierung von Herbert Fritsch © Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn
Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Die musikalische Seite der neuen Produktion war Michele Mariotti anvertraut. Mariotti schuf mit dem Staatsopernorchester ein feines, durchhörbares Klangbild. Seine Interpretation überzeugte vor allem in den Allegro-Teilen. Allerdings gerieten die Dinge stellenweise zu inflexibel; zu strikt. Entwickelten sich die kleinen Tempo-Modifikationen zu wenig organisch. Bei manch langsamer Passage schien die Musik nicht von Fleck zu kommen. Die Unart zu häufiger Generalpausen: Sie hatte auch an diesem Abend am Dirigentenpult Quartier genommen. Una voce poco fa zerfiel ebenso wie Rosinas Arie Contro un cor che accende amore im zweiten Akt. (Nicht, daß dies an besagtem Abend ein anderes, zufriedenstellerendes Ergebnis gezeitigt hätte; ärgerlich bleibt es dennoch.)…

 http://dermerker.com/index.cfm?objectid=3068AF19-B72C-6DFB-7DB5FB17B122F1FD

Thomas Prochazka/www.dermerker.com

 

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