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WIEN/ Staatsoper: IDOMENEO – Flaute in Kreta

19.1. „Idomeneo“, Staatsoper, „Flaute in Kreta“ am 19.1.2026

Idomeneo Poster

An der Staatsoper hat man sich nach sieben Jahren wieder an Mozarts „Idomeneo“ erinnert. Die zweite von vier Vorstellungen schleppte sich aber dahin, als würde die von Troja heimkehrende Flotte der Griechen von Flaute zu Flaute dümpeln.

Viel los war in Kreta nicht an diesem Abend, weder szenisch noch musikalisch. Die aus dem Jahr 2014 stammende Inszenierung von Kaspar Holten ist für sich allein schon eine Stehpartie, in der sich Rezitative und Arien über weite Strecken wie zusammenhanglos aneinanderreihen. Wenn dann auch noch Mozarts musikalische Energien weitgehend ohne Widerhall bleiben, kann einem sogar diese „Sturm-und-Drang-Oper“ des weltgeliebten Meisters aus Salzburg sehr lange werden.

Es ist ohnehin hinterfragenswert, warum für diese Wiederaufnahme nicht ein wenig an der im Haus am Ring gebotenen Mischkulanz aus Münchner- und Wiener-Fassung gefeilt wurde. Man hätte zum Beispiel dem Idamante das Rondo „Non temer, amato bene“ ersparen können, das durch die Violinbegleitung zwar sehr hübsch anzuhören ist, aber nur dann, wenn der gesangliche Vortrag nicht die Mühen offenbart, die er erfordert. Idomeneo hätte mit der einfacheren Fassung des „Fuor del mar“ wahrscheinlich einen günstigeren Eindruck hinterlassen. Und wären dann noch Ilias „Zeffiretti lusinghieri” wieder zurück in den dritten Akt verschoben worden, hätte sich zweite Akt insgesamt dramaturgisch konsistenter gezeigt.

http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/aidom9.htm

Dominik Troger/ www.operinwien.at

 

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