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WIEN/ Staatsoper: FAUST. Oder zumindest, was Frank Castorf seinerzeit für die Staatsoper Stuttgart dazu einfiel.

WIEN/ Staatsoper: FAUST

Bildgewaltig: — dies der erste Eindruck. Und der zweite. Und der dritte. — Die musikalische, vor allem die gesangliche Seite des Abends scheint dieser Direktion wenig zu gelten.

Man spielt also wieder Faust an der Wiener Staatsoper. Oder zumindest, was Frank Castorf seinerzeit für die Staatsoper Stuttgart dazu einfiel. (Sehr viel. Zu viel.) Den im Stream noch gezähmten Bildermassen stemmt sich bei der Begegnung im Haus nur der Wille des Besuchers entgegen, sich auf die Musik, den Gesang zu konzentrieren. Doch zu überwältigend drängt sich das vom Spielvogt ersonnene Trommelfeuer in den Vordergrund. Mitunter bespielt Castorf mehrere, in die Szene integrierte Leinwände mit Videos. Dabei läßt er vorbereitete Sequenzen des nächtlichen Paris aus unserem Jahrtausend mit alten Werbefilmen abwechseln. Mischt das alles mit Live-Aufnahmen von auf der Bühne weithin sichtbaren Kamera-Teams, die die Sänger auch dann verfolgen, wenn sie, erinnert man sich an das Libretto, gar nicht auf der Bühne sind…

»Faust«, 4. Akt: Rachel Willis-Sørensen bei ihrem Wiener Rollen-Debut als Marguerite © Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn
»Faust«, 4. Akt: Rachel Willis-Sørensen bei ihrem Wiener Rollen-Debut als Marguerite. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 

Glauben Sie mir, man verkauft, was man will, wenn man sich aufs Verkaufen versteht. Darin ist unser Sieg begründet! Trefflicher läßt sich diese Produktion nicht in Worte fassen.

http://dermerker.com/index.cfm?objectid=5CB7C7F8-E21F-4C95-979F4378F86BDD8D

Thomas Prochazka/ www.dermerkercom

 

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