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WIEN/Staatsoper: EINE FLORENTINISCHE TRAGÖDIE / HERZOG BLAUBARTS BURG

WIEN/ Staatsoper: Alexander von Zemlinsky: » Eine florentinische Tragödie «/ Bela Bartok: » Herzog Blaubarts Burg «

Wiener Staatsoper_ 12. Oktober 2026
Von Thomas Prochazka

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Asmik Grigorian. Foto: Facebook

Der nächste Herr, dieselbe Dame. Vasily Barkhatov lötet, was bei bloßem Betrachten bereits sich scheidet. Sieht einen Reigen bei Werken, welche nicht mehr miteinander gemein haben als daß ein Paar gezeigt wird. Ebenso ließe jedes sich mit Trouble in Tahiti zusammenspannen. Oder mit Fin de Partie. Doch fügen muß sich, worauf ein Spielvogt sein Konzept gesetzt hat.

Musikalisch bewegt sich der Abend auf Repertoire-Niveau. Darf man von einer vor zwei Wochen erstmals gezeigten Produktion mehr erwarten?

Vasily Barkhatov interpretiert, was nur der Darstellung bedarf. Holt in die Gegenwart, was einzig in von den Komponisten gewählter Zeit stimmig ist. Einmal mehr obsiegt spielvogt’sche Ignoranz über die Demut vor den Werken und ihren Schöpfern; verlacht Hochmut ein Publikum, das zwar oftmals unwissend, kaum jemals aber dumm ist.

Doch Barkhatov und seine Kumpanen wissen es besser. Anstelle des Hauses eines florentinischen Tuchhändlers in der Rennaissance, wie von Oscar Wilde erdacht und Alexander von Zemlinsky komponiert, stellt die von Christian Schmidt ersonnene Bühne ein Einrichtungsgeschäft unserer Zeit vor. (Für die Allerweltskostüme zeichnet Stefanie Seetz verantwortlich.) Der das Werk beschließende Beischlaf des Tuchhändlerpaares findet neben der Leiche des Prinzen statt, den Barkhatov in einen Psychologen umdeutet. Allerdings in einen, der 100.000 Kronen für kostbare Stoffe ausgeben kann und, weil im Nebenberuf Prinz (oder umgekehrt, uns kommt es nicht zu), für solchen Handel an seinen Kämmerer verweist….

….Dieser Abend: eine Gelegenheit, zwei selten gespielte Werke zumindest in ihrer musikalischen Struktur kennenzulernen, so man frühere Wiener Produktionen (etwa den Zemlinsky-Abend an der Volksoper ab 1990) versäumte. Denn zu sehen bekam man diesmal weder Eine florentinische Tragödie noch Herzog Blaubarts Burg. Aber das ist ja an der Staatsoper erstens nicht Neues und scheint zweitens schon lange nicht mehr das Ziel zu sein.

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Von Thomas Prochazka www.dermerker.com

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