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WIEN/Staatsoper: DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG. Was lebt nach ein paar Tagen im Gedächtnis?

WIEN/ Staatsoper: DIE MEISTERSINGER von NÜRNBERG am 15.12.2022

Was lebt nach ein paar Tagen im Gedächtnis? Eine Hans Sachs-Personale auf die Musik Richard Wagners. Und sonst? Kunstfabrikanten am Werk, nicht: Künstler. Der Abend verließ nie sicheres Geleis. Der Regeln wurde keine verletzt. Doch beginnt die Kunst nicht erst, wo das Handwerk allein nicht mehr weiter weiß?
(Im Verlauf der Begebenheiten wird das alles klar werden.)

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Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

…Die Inszenierung von Keith Warner ist im ersten Aufzug kurzweilig, im zweiten ansehnlich. Im dritten Aufzug pendelt sie zwischen berührend, geschäftsmäßig routiniert und lächerlich. Berührend (und doch grundfalsch) die Einführung von Sachsens verstorbener Frau als stumme Figur, sein Hinsinken auf ihr unter dem Sängerhügel kurzzeitig freigelegten Grab; seine Verzweiflung, als er erkennen muß, daß die Jugend zur Jugend strebt. Geschäftsmäßig routiniert die Aufstellung des Chors im zweiten und dritten Aufzug auf Galerien. Hie mit einem Stich des alten Nürnbergs kaschiert, dort mit pseudo-historischen Kostümen ohne jede zeitliche Einordnung (verantwortlich: Kaspar Glarner)…

….
Verachtet mir die Meister nicht, und ehrt mir ihre Kunst.
Heute, will mir scheinen, sind’s viele schon mit einem Gesellenstück zufrieden.

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Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

 

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