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WIEN/ Staatsoper: DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL, Altmeisterliche Posse (23.10.)

Wiener Staatsoper am 23.10.26, „Die Entführung aus dem Serail“, Staatsoper

serail
Hans Neuenfels hat es also doch noch geschafft, sich am Staatsopern-Spielplan zu etablieren – wenn auch „post mortem“. Seine  Inszenierung der „Entführung aus dem Serail“ hat es inzwischen auf fast doppelt so viele Aufführungen gebracht wie seine Fassung von Giacomo Meyerbeers „Le Prophète“ im Jahre 1998: Bei der war nach fünfzehn Aufführungen wohlverdienter Schluss.

ie „Entführung“ ist auch „eingängiger“ inszeniert und lässt die Regie-(Un-)Taten des 2022 verstorbenen Regisseurs in milderem Licht erscheinen. Das von ihm in dieser Produktion „durchdeklinierte“ Konzept der Figurenverdopplung – dem singenden Personal wurde je eine Sprechrolle hinzugefügt – darf inzwischen als „prototypisch“ gelten.

Die Produktion stammt schließlich noch aus dem letzten Jahrtausend und wurde in der ersten Saison der Direktion Roščić aus Stuttgart nach Wien transferiert. Hier ist sie zu einer Art von passendem „Grabstein“ für den Altmeister mutiert, dem Bassa Selim mit seinem Mörike Gedicht als finales Anhängsel noch ein tröstendes „Memento mori“ nachschickt. Solche Ironie der Aufführungsgeschichte hat ihren Reiz, einerseits im Sinne eines Angedenkens, andererseits als Beispiel für die verqueren Routen, die die Opernregie in den letzten Jahrzehnten eingeschlagen hat. Doch im Vergleich kann sich diese „Entführung“ nach wie vor sehen lassen: Selbst wenn man sie nicht goutiert, muss man ihr zugestehen, dass sie über weite Strecke mit Köpfchen und Bühnengespür gemacht ist.

http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/aentfuer8.htm

Dominik Troger/ www.operinwien.at

 

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