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WIEN/ Staatsoper: DER ROSENKAVALIER

25.03.2019 | Oper


Markus Eiche (Faninal), Chen Reiss (Sophie). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

WIEN/Staatsoper: DER ROSENKAVALIER

am 24.3. (Helmut Christian Mayer)

 „Hab mir´s gelobt….!“ Mit diesen berührenden Worten entlässt die reife Feldmarschallin ihren Geliebten Octavian aus ihrer Liebesbeziehung.  Durch ihren Verzicht beweist sie unglaubliche, menschliche Größe und ermöglicht die Liebe zweier junger Menschen. All dies und das Bewusstsein dieser irdischen Vergänglichkeit vermag Adrianne Pieczonka in ihrem Gesang in Richard Strauss Der Rosenkavalier an der Wiener Staatsoper ausdrücken. Sie ist eine gefühlvolle und innige Feldmarschallin, eine ihrer Paraderollen, mit edlen Spitzentönen und immer noch blühendem und jugendlich klingenden Sopran. Stephanie Houtzeel ist ihr 17-jähriger, jugendlicher Liebhaber, figürlich ein idealer, schlanker, großgewachsener Octavian mit draufgängerischem Gesang und mit starkem, schauspielerischen Einsatz, bei dem auch der Witz nicht zur kurz kommt.

Chen Reiss singt die Sophie sehr zart, empfindsam mit glockenreinem, leichtem Sopran. Wunderbar vollendet und mit Silberklang erklingt das herrliches Schlussterzett. Wolfgang Bankl, eingesprungen für den plötzlich erkrankten Peter Rose, ist ein ungemein bühnenbeherrschender und komisch spielfreudiger Baron Ochs von Lerchenau, der nur kleinere Defizite im Kelleregister aufzuweisen hat. Markus Eiche singt den Faninal wunderbar mit seinem warmen und stimmkräftigen Bariton. Caroline Wenborne singt die Marianne Leitmetzerin recht outrierend. Bernhard Bruns forciert als Sänger zu sehr und singt mit viel Vibrato in der Höhe. Das unverwüstliche Urgestein des Hauses Alexandru Moisiuc ist ein idealer, fast bedrohlicher Polizeikommissar. Weiters noch herzuheben seien Michael Laurenz als Valzacchi, Ulricke Helzel als Annina und Jörg Schneider als Wirt und Marcus Pelz als Notar.

Ádam Fischer dirigiert mit (manchmal zu) enormem „Zupack“ aber auch großer Detailverliebtheit und Sensibilität und lässt im Orchester der Wiener Staatsoper eine ungemein reichhaltige Palette an Schattierungen, was Farben, Dynamik und Tempi betrifft, erklingen und legt den Sängern einen schillernden, silbernen Klangteppich zu Füßen.

Großer Jubel!

Helmut Christian Mayer

 

 

 

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