Wien/ Staatsoper
25.2.26 „Ariadne auf Naxos“, Staatsoper, „Kein Feinschmeckermenü“

Der reichste Mann von Wien hat schon sublimere Genüsse serviert, als er mit dieser Vorstellung von „Ariadne auf Naxos“ seinen Gästen aufzutischen beliebte. (Berichtet wird von der dritten und letzten Vorstellung der aktuellen Aufführungsserie an der Staatsoper.)
Die „Vorspeise“, d.h. das „Vorspiel“, war noch ganz gut bestückt (den etwas langweiligen, in der soignierten Herablassenheit zu indifferenten und Pointen vernachlässigenden Haushofmeister von Bernhard Schir ausgenommen). Der seit Jahren hoch im Kurs stehende Musiklehrer von Jochen Schmeckenbecher hat sich wieder mit viel menschlicher Anteilnahme um seinen jungen Schüler gesorgt. Samantha Hankey ließ als Komponist einen leuchtenden, klangvollen Mezzo hören, kräftig in der Höhe, und mit viel jugendlichem Künstlerenthusiasmus und Sinn für die Strauss’schen Gefühlsausbrüche. Das öfter sich hinzugesellende schnelle Vibrato lag für meinen Geschmack (noch) im Rahmen. Der neue Tanzmeister von Jörg Schneider hat sich als pointierter Unterhalter erwiesen, hat mit seinem Tenor Witz und Gesang sehr gut vereint.
Die „Hauptspeise“ hat dann weniger gemundet, weil sich die Gäste gerne an den Spezialitäten eines in allen Geschmackkünsten erfahrenen „Fünf-Sterne-Kochs“ gelabt hätten. Welches Rezept hätte es dazu gebraucht?
http://www.operinwien.at/werkverz/strauss/aariadne13.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.de

