WIEN/ Staatsoper: ARIADNE AUF NAXOS (25.2.2026)

Henri de Toulouse-Lautrec (1864 – 1901): »Acteurs de l’Opéra de Bordeaux« (Ausschnitt), 1900. Encre brune et plume, 25,4 × 20,4 cm,1900. Paris, musée d’Orsay, conservé au département Arts graphique de musée du Louvre. Foto: Thomas Prochazka
Man ist hier, die Wahrheit zu äußern; freundschaftlich Apologetisierendes zu belächeln; seinen Empfindungen Ausdruck zu verleihen; Erkenntnisse anzubieten. Nun denn: Stefan Mickisch hatte unrecht. Der Brünnhildenfelsen liegt auf Naxos.
Ich will versäumen, erneut von Sven-Eric Bechtolfs unsäglicher Szene zu sprechen. Sie ist, mit heutigem Tag, Geschichte.Musikalisch ließ der Abend ebenfalls zu wünschen übrig. Daran änderte auch das Faktum der dritten Vorstellung einer Serie nichts.
Der Musiklehrer des Jochen Schmeckenbecher hielt die Sängerfahne hoch. So hoch, daß, ausgenommen der Tanzmeister von Jörg Schneider, kaum einer daran gelangen konnte; eventuell noch, mit Abstrichen: Samantha Hankey als Komponist, bei ihrem Debut im Haus am Ring. (Sie war schon Octavian gewesen für das Institut, beim letzten Japan-Gastspiel. Und Dorabella, bei » Wien in Monte-Carlo «.)…
… Im Graben spielte man, was Cornelius Meister am Pult anzeigte. (Das ist, zumal in Wien, selten ein gutes Zeichen.) So klang’s vor der Pause gehetzt; den ganzen Abend hindurch: vieles zu laut, einiges zu grob (einmal mehr sei das Solo-Cello vor den Vorhang gebeten), undifferenziert, mit einem Wort: lieblos. Wo Peter Schneider oder Christian Thielemann — gar nicht erst zu reden von deren Vorgängern — einst (Glanz-)Lichter setzten, klangmalte Meister mit zu dickem (Farb-)Auftrag.
Brünnhildenfelsen … Es gibt ein Reich, hojotoho!
https://dermerker.com/index.cfm?objectid=A1C0B256-B53D-FA45-BD29DC3BC626993D
Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

