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WIEN/ Staatsoper: ALCINA

23.10.2016 | Oper

WIENER STAATSOPER: ALCINA am 23.10.2016

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Benjamin Bruns. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Man könnte die Woche der Abwesenheit der Philharmoniker zwecks Staatsopern Gastspiel in Japan zur Woche der „alten Meister“ erklären. Gluck und Händel erlebten eine beachtliche Renaissance.

Das Orchester Les Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski ist natürlich eine Bank für die musikalische Umsetzung dieser Werke. Besondere Bewunderung gilt den Musikern die mit ihren Instrumenten vom Orchestergraben auf die Bühne gehen und sich szenisch – musikalisch  am Geschehen beteiligen.

Die Aufführungsserie ist szenisch hervorragend geprobt und so wirkt das Ganze sehr schön und lebendig.

Von der Premierenbesetzung ist nur noch Benjamin Bruns mit an Bord. Wie hat sich doch die Stimme in dieser Zeit verändert, ist dunkler geworden, aber hat nicht an der Flexibilität, die man für den Oronte braucht verloren. Für die Alcina hat Myrto Papatanasiu genau die richtige Stimme, Technik und sie ist stilistisch völlig richtig. Dazu die edle schöne Erscheinung. Chen Reiss, auch sie hat sich beachtlich weiterentwickelt sang mit sehr feiner Klinge die schwierigen Arien der Morgana, Alcinas Schwester. Als Ruggiero zeigte Rachel Frenkel große Stilsicherheit, eigentlich sollte das ihr Fach werden. Margarita Gritskowa beeindruckte als Bradamente mit edlem Mezzo und auch sie fand sich bei Händels Musik zurecht. Eine schöne tiefe Stimme ließ Orhan Yildiz als Lehrer Melisso hören.

Der Knabe Oberto wurde von einem Tölzer Sängerknaben N.N. knabenhaft brav gesungen. Die Vorgabe der Premierenserie wurde nicht erreicht.

Die Cembalisten stimmten in der Pause eifrig ihre Instrumente, somit war der Klang natürlich in der Barockstimmung wie immer perfekt.

Ein kurz bejubelter Abend, das zurecht und man würde sich das Werk bald wieder wünschen.

Elena Habermann

 

 

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