14.9.26 „Adriana Lecouvreur“, Staatsoper, „Veilchen des Todes“

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Vor dem tödlichem Duft dieser vergifteten Veilchen muss sich niemand im Publikum fürchten: Francesco Cilèas „Adriana Lecouvreur” bietet großes „Opernkino“ ohne gesundheitliche Nebenwirkungen.
„Adriana Lecouvreur“ hat erst 2014 im Rahmen einer internationalen Koproduktion mehrerer Opernhäuser ihren Platz im Staatsopernspielplan gefunden. Die etwas unausgegorene Handlung und der „Verismo-Ekklektizismus“ des Komponisten setzen die Oper nicht unter die ersten ihrer Epoche, aber sie kann trotzdem Zugkraft entwickeln, wenn starke Bühnenpersönlichkeiten sich ihrer annehmen. Steht dann noch ein im italienischen Fach so versierter Dirigent wie Marco Armiliato am Pult, dann paaren sich Krimi und Kitsch zu einer phasenweise betörenden Mischung, dann nehmen Adriana und die eiskalte Fürstin von Bouillon das Publikum in die emotionale Zange.
Wie bereits in der Aufführungsserie von 2021 garantierten Ermonela Jaho und Elīna Garanča ein packendes Duell um die Liebe des Grafen von Sachsen: Jahos Adriana Lecouvreur versteht sich beeindruckend auf das liebesnervöse Pathos der Titelpartie; Garančas La principessa di Bouillon lodert in der eiskalt-funkelnden Eifersucht ihres metallisch unterlegten, goldrot gefärbten Mezzos…
…Die Ausgestaltung des Eisernes Vorhangs für diese Saison hat der Maler Herbert Brandl übernommen. Das tiefe Blau des Hintergrunds mit weißen Pinselstrichen versehen, die an aufgerollte Spiralgalaxien erinnern, holt etwas vom Ewigkeitsanspruch barocker Kirchenfresken in die Staatsoper: bezogen auf den im letzten Jahr verstorbenen Künstler ein gelungenes „Memento mori“.
http://www.operinwien.at/werkverz/cilea/alecov4.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.at

