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WIEN/ Staatsoper: ADRIANA LECOUVREUR – Tödliche Rache auf höchstem Niveau!

11.9.2026 – „Adriana Lecouvreur“ – Wiener Staatsoper

Tödliche Rache auf höchstem Niveau!

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Francesco Cilèa zählt zu jenen Künstlern, die sich mit nur einem einzigen Werk dauerhaft in die Kulturgeschichte eingeschrieben haben. Obwohl er auf eine Reihe von Bühnenwerken verweisen konnte, blieb „Adriana Lecouvreur“ seine wichtigste Oper, mit der Cilèa den Erfolg seines Lebens verbuchen konnte.

Das vieraktige Meisterwerk mit dem Text von Arturo Colautti nach Eugène Scribe war an der Wiener Staatsoper in einer Luxusbesetzung eindrucksvoll zu erleben.

In der Inszenierung von Sir David McVicar blieb die Handlung der Oper, in der primär zwei potentielle Kontrahentinnen um denselben Mann kämpfen und sich in ein gefährliches Intrigenkonstrukt verstricken, das letztendlich mit einem Giftmord endet, in der Originalzeit, im Paris des Jahres 1730. Mit der einnehmenden Optik des Spätbarock (Bühne: Charles Edwards; Kostüme: Brigitte Reiffenstuel; Licht: Adam Silverman) wurde man Zeuge einer Welt, die in dieser exzeptionellen Form schon lange nicht mehr existiert. Sie verlieh dem Werk eine einzigartige Poesie, welche die berühmte Comédie-Française wieder ins Gedächtnis rief und das hochkarätige Savoir-vivre der damaligen Zeit wiederbeleben ließ.

Unter der bewährt souveränen, akzentuierten, feurigen musikalischen Leitung von Marco Armiliato präsentierte das exzellente Orchester der Wiener Staatsoper eine raffinierte, veristische, stilvolle, melodienreiche Interpretation Francesco Cilèas vielfarbiger Klangsprache. Die effektvoll präsente, melodramatische Komponente in hingebungsvoller Verbindung mit der außergewöhnlichen Melodienkraft des Cilèa‘schen Oeuvres bewirkte ein unvergleichliches, musikalisches Faszinosum!

Luciano Ganci bot in der Rolle des Maurizio eine überzeugende Leistung. Seinen durchschlagskräftigen Tenor, wußte er gekonnt einzusetzen und mit Höhensicherheit und Präsenz zu beherrschen.

Simonas Strazdas erwies sich als bühnenpräsenter, stimmlich profund pastoser Fürst von Bouillon, der seinem gesellschaftlichen Stande gemäß souverän zu agieren vermochte.

Andrea Giovannini präsentierte einen humoresk akzentuierten, raffiniert lebendigen Abbé.

Roberto Frontali beeindruckte in der Rolle des unglücklich verliebten Michonnet mit seiner Intensität, vokalen Präsenz und Ausdruckskraft.

Die albanische Star-Sopranistin Ermonela Jaho faszinierte in der Rolle der berühmten Tragödin der Comédie-Française, Adriana Lecouvreur. Mit ihrer belcantesk einschmeichelnden Stimme, die technisch perfekt geführt die feinsten Nuancen zum Ausdruck bringen konnte und ebenso mit fokussiert gesetzter, höhensicherer Attake die entsprechende Dramatik beherrschte. Ihre enorme Rollenidentifikation war von außergewöhnlicher Exzellenz.

Ihre kongeniale Gegenspielerin war Elīna Garanča in der Rolle der Fürstin von Bouillon. Eine der renommiertesten Mezzosopranistinnen unserer Zeit fesselte mit ihrer, in allen Lagen, ausgeglichenen, markanten, durchschlagskräftigen Stimme. Ihre große Arie im zweiten Akt „Acerba voluttà“ ging durch Mark und Bein. Elīna Garančas exzeptionelle Bühnenpersönlichkeit unterstrich noch den Rachedurst und die Mordlust gegen ihre Rivalin, die sie letztendlich raffiniertest vergiftete.

Sehr gut ergänzten Ivo Stanchev (Quinault), Carlos Osuna (Poisson), Carl Tertio Druml (Haushofmeister), Ileana Tonca (Jouvenot), Jana Marković.

Mitreißend und eindrucksvoll präsentierte sich das Ballett im 3. Akt (Choreografie: Andrew George).
Alexandre Cardoso da Silva (Paris), Joni Österlund (Mercurio), Michael Klabouch (Jupiter), Jeanne Lenoble (Minerva), Emily Cardi / Carol Pitta (Pastoria), Rachael Carrier (Venus), Alexandra Pecher (Erisa), Katharina Billerhart (Juno).

Ausgezeichnet der Chor (Choreinstudierung: Jozef Chabroñ), das Bühnenorchester, die Komparserie der Wiener Staatsoper sowie die Kinder der Agentur Rising Talents.

Eine fantastische Aufführung auf höchstem Niveau, die ganz gewiss Maßstäbe setzte!

Marisa Altmann-Althausen

 

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