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WIEN/ Staatsballett/ Staatsoper: JEWELS – Zweite Vorstellung in Alternativbesetzung

06.11.2019 | Ballett/Tanz

 

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Foto: Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett

Wiener Staatsballett: „JEWELS“, 5.11. 2019– Klassik pur in Balanchines Tableaus

Sehr gut. Die dezent funkelnden „JEWELS“ des George Balanchine aus dem Jahr 1967 finden nun nach der Premiere auch an Repertoireabenden der Staatsoper ihre Liebhaber. Dezent? Nun, technisch sind die Solisten wie das exzellente Corps des Wiener Staatsballetts voll gefordert, doch der auf rein klassisch-akademischem Tanz – nun als Neoklassik bezeichnet – basierende abendfüllende Dreiteiler erlaubt keine allzu stürmischen Eruptionen. Natürlich, an Höhepunkten mangelt es nicht. Ruhig, ruhig, völlig harmonisch wird man in „Emeralds“ zu Gabriel Faurés vornehm-zurückhaltenden musikalischen Elegien eingestimmt. Maria Yakovleva, Nina Poláková, Masayu Kimoto und Eno Peci ergehen sich zumeist in den bisweilen zu ausgedehnten Sequenzen in Schreittänzen mit nobler Emphase und sublim sprechenden Port de bras.

„Rubies“ bietet da schon ein weit lockeres, lebendigeres Intermezzo, etwas ruppig angetrieben von Igor Strawinskis „Capriccio für Klavier und Orchester“. Kiyoka Hashimoto und Denys Chereycko schwirren als wendiges Paar leichtfüssig über die Bühne, und nie das Ebenmaß verlierend stellt sich Olga Esina mit ironisierender Attitüde zwischen die beiden.

Peter I. Tschaikowski führt nun einmal zum klassischen Höhepunkt, und zu seiner 3. Symphonie warten die „Diamonds“ mit einem transparenten, sehr feinen Glitzern auf. Liudmila Konovalova ist hier die perfekte virtuose Primaballerina, und Navrin Turnbull erweist sich bei seinem Rollendebüt als ein echter junger Ballettprinz. Paul Connelly bewährt sich als ordentlicher Begleiter am Pult. Und nochmals, absolut stimmig in all den phantasievoll gestalteten Tableaus und choreographischen Symmetrien des George Balanchine: die Ballerinen des Corps de ballet.

Meinhard Rüdenauer  

 

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