Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsballett: „LUKÁCS / LIDBERG / DUATO“ – dem Zeitgeist verschrieben

09.03.2020 | Ballett/Tanz

Bildergebnis für wiener staatsballett duato
Foto: Ashley Taylor

Wiener Staatsballett:

„LUKÁCS / LIDBERG / DUATO“, 8.3. 2020– dem Zeitgeist verschrieben

Ein geschärfter Blick auf die Musikalität, die Empfindlichkeit, die musikalischen Zugänge der Choreographen des Dreiteilers „Lukács / Lidberg / Duato“. Ziemlich klar, deren Mentalitäten entsprechen dem heutigen Zeitgeist.

András Lukács und seine ästhetischen „Movements to Stravinsky“: Eine ausgefeilte Körpersprache zu Auszügen aus „Pulcinella“, „Apollon musagète“ oder dem Larghetto aus den Klavier-Lehrstücken für Kinder „Les cinq doigts“. Schöne Bilder, doch so ganz und gar drüber mit beinahe keinen Annäherung an die Intentionen von Strawinskys sehr diversen Aussagen.

Pontus Lidberg segelt mit seinem „Between Dogs and Wolves“ auf ähnlicher Linie: Ein erotisches Treiben, ein Hin und Her, lebendig und mit leicht grotesker Attitüde, doch nicht wirklich schlüssig, wird mit der Musik von Dmitri Schostakowitschs anspruchsvollem 10. Streichquartett (hier: in Streichorchester-Fassung) unterlegt. Manche Episode passt, doch Fragezeichen bleiben zurück.

Nacho Duato, der Arrivierteste in diesem Choreographen-Trio, hat sich Kammermusikalisches von Karl Jenkins für sein sensitives „White Darkness“ angeeignet – „Adiemus Variations“, aus dem 2. Streichquartett. Jenkins, Jahrgang 1944, Waliser und in Westeuropa sehr erfolgreich, schafft Klangbilder, die weniger mit inhaltlicher Substanz doch stimmungsmäßig zu den teils meditativen, teils skurrilen Sequenzen dieses getanzten Requiems hinführen. Getanzt? Alle drei Stücke werden vom Ensemble exzellent präsentiert, und die Tänzer auch finden auch starken Beifall beim Publikums. Doch einmal mehr: zu extra Vorhängen ist es nicht gekommen.  

 

Meinhard Rüdenauer

 

Diese Seite drucken