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WIEN/ Staatsballett in der Volksoper: KONTRAPUNKTE – der Start in die neue Saison

16.09.2022 | Ballett/Tanz

Wiener Staatsballett in der Volksoper – der Start in die neue Saison (15.9.2022)

kp

 

12 Euro für eine Karte für das „Kontrapunkte“-Programm des Wiener Staatsballetts (Folgevorstellungen am 21., 24., 30.September). So ist´s zu lesen. Aber nur für jugendliche Interessierte unter 30 Jahren. Das Angebot ist nicht schlecht, annehmen! Auf der Bühne ist schon gute alte Moderne zu sehen. Es ist ein Rückblick auf Choreographien, welche im letzten halben Jahrhundert geschaffen wurden, große Qualitäten haben, trotzdem eher ihrem speziellen Publikum vorbehalten geblieben sind.

1975 in London: Hans van Manens „Four Schumann Pieces“ vermittelt reinste Tanzästhetik zu Robert Schumanns 3. Streichquartett. Davide Dato als Kommunikation suchende zentrale Figur sowie Hyo-Jung Kang / Arne Vandervelde und Liudmila Konovalova / Alexey Popov demonstrieren sensible klassische Moderne in allerfeinster Balanchine-Nachfolge.

1980 in New York: Merce Cunninghams „Duets“ zu diffusem John Cage-Sound für sechs sich in phantasievoll ausgedachten Episoden merkbar machende Paare ist damals als ein Kontrapunkt zum klassischen Ballett anzusehen gewesen, fügt sich nun heute sehr wohlig in das Repertoire ein. 

1992 in Brüssel: Anne Teresa De Keersmaekers „Große Fuge“ kurz und bündig als artifizielles Powerspiel auf Ludwig van Beethovens schwergewichtigen Streichquartettsatz ‚Die große Fuge‘. Kraftvoll und aus zu sehr repetierenden Elementen zusammengesetzt, für Claudine Schoch und sieben Tänzer rund um sie eine Demonstration spritziger Tanzartistik.  

Mit seiner Kammermusik wohl kein gerade saftiger Ballettabend zum Start der neuen Ballettsaison in der Wiener Volksoper, doch eine vom Publikum – nun, kein gerade jugendliches – sehr positiv angenommene Moderne-Retrospektive. 

Meinhard Rüdenauer

 

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