Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsballett in der Staatsoper: JEWELS – Juwelen vom Fließband

10.10.2020 | Ballett/Tanz

Ballett in Wien: "Jewels" in der Wiener Staatsoper: Edle Klunker mit viel  Karat « kleinezeitung.at
Foto: Staatsballett/ Ashley Taylor

Wiener Staatsballett: „JEWELS“, 9.10. 2020– Juwelen vom Fließband

Juwelen wie vom Fließband? Nun  ja, wir wollen nicht übertreiben. Ein neoklassisches Juwel ist es, George Balanchines „Jewels“–Ballett aus dem Jahr 1967 mit seinen drei musikalisch so unterschiedlichen Piecen. Nicht Fließbandarbeit wird gefordert, sondern reinste Poesie. Trotzdem: harte Arbeit, Schwerarbeit für die so elegant geführten Solisten wie für das kristallklar  blitzende Corps. Herausfordernd sind der abverlangte extrem lange Atem, die noble Gestik in „Emeralds“ zu Gabriel Faurés musikalischer Verträumtheit. Funkeln muss es hierauf, aber wie, in den „Rubies“ zu Igor Strawinskis „Capriccio für Klavier und Orchester“. Den Edelglanz strahlen aber dann doch die „Diamonds“ im melodischen Rausch von Peter I. Tschaikowskis ‚Polnischer‘ dritter Symphonie aus.   

Um zu Saisonbeginn auf sicher zu gehen, hat die neue Ballettdirektion diese in der vorigen Spielzeit vom Wiener Staatsballett einstudierten „Jewels“ in einer längeren Aufführungsserie mit mehren Besetzungen angesetzt. Nach der fünfmonatigen Trainingspause und nach einem ordentlichen Einstand vor zwei Wochen war nun am vierten Abend in den besten Momenten pure Schönheit zu erleben. Immer wieder hat es gefunkelt, und Olga Esina und ihr Partner Masayu Kimoto haben diamantenes Fluoreszieren in edler Harmonie zu vermitteln vermocht.

Meinhard Rüdenauer

 

Diese Seite drucken