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WIEN/ Staatsballett: DER NUSSKNACKER

Weihnachtliche Ballettfreuden

28.12.2018 | Ballett/Tanz


Foto: Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett

Wiener Staatsoper: „DER NUSSKNACKER“, 27.12.2018 –  weihnachtliche Ballettfreuden!

„Der Nussknacker“ – da ist die weihnachtliche Welt völlig in Ordnung! Rudolf Nurejews choreographische Version von Peter I. Tschaikowski musikalisch so wunderbarem Ballettklassiker, 1967 für Stockholm konzipiert, von ihm mehrfach überarbeitet und 2012 in der stimmungsvollen Ausstattung von Nicholas Georgiadis vom Wiener Staatsballett übernommen, hat seine Meriten. Die Rahmenhandlung könnte da und dort in den Action-Szenen wohl etwas origineller Einfälle vertragen, doch der Walzer der glitzernden Schneeflöckchen oder der Blumenwalzer, das rassige Divertissement …. das ist kunstvoll gestaltetes klassisches Ballett in Reinkultur, immer schön anzusehen.

Dirigent Kevin Rhodes gibt das Tempo vor, treibt an, hetzt die Tänzer gelegentlich so, als hätten sie eine Musical-Show durchzuziehen. Immerhin, Tschaikowskis Melodienzauber klingt dabei nicht allzu grell. Robert Gabdullin als der Nussknacker-Prinz zählt zwar nicht zu den Royals, doch mit gewinnender Ausstrahlung geleitet er die kleine Clara sehr elegant durch ihren Weihnachtstraum. Dies ist jedenfalls der Abend der jungen Natascha Mair gewesen: Sie ist nun die einzige Primaballerina im Haus, die auch eine echte Wienerin ist. Auf offener Bühne wurde sie nach der Vorstellung von Direktor Dominique Meyer und Ballettchef Manuel Legris zur Ersten Solotänzerin ernannt – bereits die Nummer neun in der groß gewachsenen Primaballerinen-Riege des Staatsballetts. Viel Beifall für sie, die anderen feinen Solisten, Kompanie und Orchester. Harmonische Ballettfreuden konnten sie alle vermitteln.  

 

Meinhard Rüdenauer

 

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