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WIEN/ MuTh: MODERNES TANZTHEATER AUS UNGARN – „GISELLE“ – IN DIE GEGENWART GEHOLT

03.09.2022 | Ballett/Tanz

Modernes Tanztheater aus Ungarn im Wiener MuTh: „Giselle“ – in die Gegenwart geholt

Freitag, 9. September 2022 um 19 h

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László Velekei, Ungarns führender moderner Choreograph       Credit: Arpád Kurucz

Dieser Besuch im MuTh-Theater sollte sich für Kenner und Liebhaber kraftvollen modernen Tanzes lohnen: „Giselle“ ist in einer ausdrucksstarken wie schillernden neuen Version dieses hochromantischen Ballettevergreens aus dem Jahr 1841 am 9. September im Das MuTh im Wiener Augarten zu sehen. Als eine aktuelle Produktion der international gefragten und bestens renommierten Tanzkompanie von Györ – über der ungarischen Grenze, nahe zu Wien, das alte habsburgische Bollwerk Raab.

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 Geisterwald und Geisterschwestern in gläsernen Kabinen     Credit: László Ambrus

GYÖRI BALETT / BALLET COMPANY OF GYÖR ist neben dem Ungarischen Nationalballett (= das Budapester Opernballett) die führende wie stilprägende Kompanie in an feinen modernen Tanzensembles so gar nicht armen Ungarn – nicht vergleichbar mit Österreichs eher wohl bescheidenerer und überwiegend von Gästen bespielter Szene. Choreograph László Velekei ist dort der noch junge Chef, und er setzt die in seit 43 Jahren in Györ gepflegte Tradition fort: Er gestaltet einen mit allen zeitnahen Elementen in subtile Bilder geformten Ausdruckstanz.

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Giselle in dunklem Fluidum     Credit: László Ambrus

Velekei zu seiner Choreographie: „Unsere Produktion folgt einer genuinen Idee. Diese Giselle führt durch eine mystische Geschichte, welche sowohl wunderschön wie furchterregend anzusprechen vermag. Erneut erweckt durch die ekstatische Musik von Félix Lajkó.“ Nicht zu Adolphe Adams eindringlich beschwörender Gefühlsmusik wird hier somit getanzt, sonder der komponierende Geigen- und Zithervituose Félix Lajkó hat eine die neue Erzählung von Velekei inspiriende Klangkulisse geschaffen. Gegeben sind nun eine Symbiose von Heavy Metal und Naturstimmungen, von der originalem Story wie kreativem Phantasiespiel. Und auch die optischen Reize führen in die Gegenwart: das Reich der Willis wie aller Naturzauber sind in Glaskabinen gebannt. Velekei fügt hinzu: „Es ist eine eigenständige Kreation, eine Aufführung, in welcher Theater, Ballett und Konzert voll ihren eigenen Gesetzen folgen.“ Und Das MuTh, das Theater der Wiener Sängerknaben, wird beweisen müssen, wie es sich bei diesem Tanz in den Tod als Gastspielstätte für internationale Kompanien zu bewähren vermag. 

Info: www.gyoribalett.hu  /  www.muth.at

Meinhard Rüdenauer  

 

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