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WIEN/ Musikverein: Eine Chopin-Gala mit feinst abgestimmten Tönen.

30.03.2026 | Konzert/Liederabende

Wiener Musikverein: Eine Chopin-Gala mit feinst abgestimmten Tönen (29.3.2023)

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Die Mitwirkenden. Foto: Katharina Schiffl

Passt der übersensible Romantiker Frédéric Chopin noch in das heute so von purem Kommerzdenken getriebene Euro Song Contest-Wien? Die Internationale ChopinGesellschaft hat zu einer Gala mit Klavier- und Kammermusik ihres Namensgebers im Brahmssaal gebeten – und im vollen Saal war der Hauch früherer Musiktradition fein zu spüren.

Donka Angatcheva, als Pianistin unter den Bösendorfer Artists geführt und aktiv mit ihrer „Die Kunst lebt weiter“-Initiative, die neue Präsidentin der Wiener Chopin-Gesellschaft, hat Klavierkollegen und Philharmoniker-Geiger Andreas Grossbauer, Cellistin Teodora Miteva, Sängerin Hila Fahima zu einer beeindruckenden Werk- und Seelenschau auf Chopins Kompositionen gebeten. Und dazu ist noch ein von Mijou Kovacs rezitiertes und von Angatcheva begleitetes Melodram mit Auszügen von Texten von Chopins dichtender französischer Liebesbeziehung George Sand zu hören gewesen.

Das Regentropfen-Prélude, Polonaisen, der Minuten-Walzer, Nocturnes …. mit seiner an lyrischen, an dramatischen Affekten und melodischen Finessen überreichen Klaviermusik führt Chopin in einen romantischen Himmel. Und die angetretene Pianistengarde mit Natalia Rehling, Manfred Wagner-Arzt, Yves Henry und Vladimir Kharin hat mit ihren ausgereiften Interpretationen in feinsten Abstufungen so etwas wie heute bereits einen weltfremd wirkenden Zauber ausgestrahlt. Aufnahmebereiten Hörern empfindungsvoll die nuancenreichen Klavierklänge mitzugeben – so erfüllt die weltweite Chopin-Gesellschaft ihre Mission. 

Meinhard Rüdenauer 

 

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