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WIEN/ Musiktheater an der Wien/Museumsquartier: LA PERICHOLE

16.01.2023 | Oper in Österreich

16.01.2023   ThadW   „La Perichole“

prch
Foto: Youtube

Stephan Herheim hat ein ausgezeichnetes „Händchen“ bei der Auswahl der Stücke und Regisseuren. Offenbachs Operette hat in dieser Bearbeitung höchsten Unterhaltungswert. Neben der tollen Musik gibt es ein Libretto, das man an die Gegenwart und an die Österreichische / eigentlich Wienerische Gesellschaft angepasst hat. Gerhard Ernst als Don Pedro in Gestalt des berühmten n“Hofstädter“ auftreten zu lassen, war ein genialer Schachzug. Auch die Kurz-Parodie, Anspielungen auf politisches Tagesgeschehen (Unterausschuss, Beinschab, Karmasin, Grasser u.a.) trugen sehr zur Unterhaltung bei. Regisseut Nikolaus Habjan leistete ganze Arbeit, die Bühne (Julius Theodor Semmelmann) war wieder erweitert durch den Steg zwische Orchestergraben und Publikum bot reichlich Platz für Späße aller Art.

Auch die musikalische Umsetzung war bestens gelungen. Jordan de Souza leitete das ausgezeichnet spielende RSO, der Arnold Schönberg-Chor unter Erwin Ortner war wie stets Fels in der Brandung. Von den Solisten gefiel vor allem der schon erwähnte Gerhard Ernst, der in einem Couplet auch die Direktoren-Suche an seinem Stammhaus besingen durfte. Hervorragend in Gesang und gelungener Komik David Fischer als Piquillo. Auch Alexander Strömer als Vizekönig von Peru, Don Andres de Ribeira konnte in seiner Rolle bestens reüssieren. Anna Lucia Richter in der Titelpartie war schauspielerisch hervorragend, gesanglich vielleicht etwas unter der Herrenriege anzusiedeln.

Alles in allem war es eine Riesenhetz‘, die das Publikum zu Begeisterungsstürmen verführte. Dass man das Leading-Team mit ebensoviel Applaus bedachte wie die Sänger, wird in die Annalen der Musikgeschichte eingehen.

Johannes Marksteiner

 

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