16.9.26 „La Calisto“, Theater an der Wien, Premiere, „Venezianische Frivolitäten“

Foto-Copyright: Matthias Baus
Lustvolles Treiben von Göttern und Nymphen auf der Bühne des Theaters an der Wien: Die erste Opernpremiere der neuen Saison war Francesco Cavallis „La Calisto“ gewidmet.
Jupiters sexuelle Eskapaden sind berühmt und berüchtigt. Auch die Nymphe Calisto zählt zu seinen Opfern. Von Jupiters Gemahlin Juno wird sie aus Eifersucht in eine Bärin verwandelt. Aber Jupiter sichert ihr zu, dass er sie nach ihrem irdischen Bärendasein unter die Sterne des Himmels versetzen wird. Diese von Ovid in seinen „Metamorphosen“ berichtete Geschichte haben Franceso Cavalli und sein Librettist Giovanni Faustini als Spielarten der Liebe und des Begehrens dem venezianischen Publikum im Jahr 1651 als Oper vorgesetzt. (Der Erfolg der Erstaufführung soll allerdings bescheiden gewesen sein, wie man einem Beitrag aus dem Programmheft zur Vorstellung entnehmen kann.)
Für die Bühne wiederentdeckt wurde „La Calisto“ 1970 beim Opernfestival von Glyndebourne. Im Theater an Wien war eine szenische Produktion aus dem Brüsseler Théatre Royal de la Monnai im Rahmen der Wiener Festwochen 2003 zu Gast. 2012 gab es eine konzertante Aufführung unter Christophe Rousset. Die aktuelle Neuproduktion ist eine Koproduktion mit der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Stefan Herheim, Intendant des Theaters an der Wien, hat selbst Regie geführt. Für die musikalische Einrichtung und Umsetzung sorgte Christina Pluhar mit dem Ensemble L’Arpeggiata. Das Resultat erwies sich mehr als barocke, karnevaleske „Revue“, die weniger „Alte-Musik-Enthusiasten“ im Auge hat, sondern auf ein breiteres Publikum zielt.
http://www.operinwien.at/werkverz/cavalli/acalisto3.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.at

