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WIEN/ MusikTheater an der Wien: „DER FLIEGENDE HOLLÄNDER“. „Leseratte Senta“

am 17.10. (Dominik Troger/www.operinwien.at)

17.10.2026 | Oper in Österreich

17.10.26 „Der fliegende Holländer“, Premiere, Theater a.d. Wien, „Leseratte Senta?“

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Foto: Matthias Baus

Nach elf Jahren macht der „Fliegende Holländer“ im Theater an der Wien wieder Landurlaub: Szenisch und musikalisch war das keine „Erlösung“.

Philipp Stölzls Inszenierung, die bereits 2009 in Basel und später in Berlin gezeigt wurde, wird jetzt  im Theater an der Wien einer weiteren Aufführungsserie zugeführt – und erneut sitzt in der bühnenbreiten Bibliothek Dalands seine Tochter Senta und kann sich büchergierig von einem dicken alten Sagenband nicht trennen. Die Psychose wurde Senta in all den Jahren seit Basel auch nicht wegtherapiert und ihr Schicksal erweist sich erneut als eine von gesellschaftlichen Zwängen gespeiste Krankengeschichte an deren Schlusspunkt Mord und Selbstmord stehen. 

Ob das noch etwas mit der romantischen Oper „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner zu tun hat? Ein Beitrag im Programmheft zur Aufführung mit dem Titel „Autoaggression und Lesesucht – Senta’sche Ausbruchsversuche“  versucht das etwas seltsam wirkende Stölzl’sche Regiekonzept theoretisch zu unterfüttern. Er wurde von Brigitte Heusinger verfasst, die 2009 an der Produktion in Basel beteiligt war.
In diesem Text geht es um alles Mögliche, was das Frauenbild im 19. Jahrhundert ausgemacht haben könnte.  Das Porträt von Senta, das entwickelt wird, reicht von der „Leseratte“ bis zur Selbstverletzung auslösenden Pubertätskrise, von sexueller Traumatisierung bis zu Sentas Halluzination (!) des Holländers, der sie aus ihren beengten Verhältnissen erretten möge.

http://www.operinwien.at/werkverz/wagner/aholl15.htm

Dominik Troger/www.operinwien.at

 

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