WIEN 23.1.26 „Benamor“, Theater an der Wien, Premiere, „Erotische Verwechslungskomödie“
Zarzuela-Klänge erwärmen den Wiener Jänner-Frost und im Theater an der Wien knistern erotisch exotische Begierden: denn der Sultan von Persien ist kein Mann und seine Schwester ist keine Frau!
Bizarr, wenn in Folge der Sultan Dario seine Schwester verheiraten möchte und sich selbst dabei in einen der drei Brautwerber verknallt, während die Schwester sich eine Odaliske des Harems anlacht und zwei Freier schwer vermöbelt. Als Ausweg hilft dann nur mehr eine Bildungsreise ins ferne Europa, damit – vor den spähenden Augen der Untertanen verborgen – der Mann zum Mann und die Frau zur Frau reifen kann, während Mama Sultan in Persien derweil den Laden schupft.
Dass diese Handlung (inklusive einer Pause) eine knapp dreieinviertel Stunden lange Aufführung trägt, ist ein bisschen viel verlangt – und sie tut es auch nicht. Vor allem dem Ende zu ging dem Premierenabend ein wenig die sprichwörtliche Luft aus. Aber diese „Überlänge“ ließ man sich dann doch gerne gefallen, weil es über weite Strecken ein amüsanter Abend gewesen ist.

Foto: Monika Rittershaus
http://www.operinwien.at/werkverz/luna/abenamor.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.de

