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WIEN/ Lutherische Stadtkirche: BENEFIZKONZERT zugunsten „Hilfstöne: Clemens Unterreiner & Friends

14.12.2022 | Konzert/Liederabende

Benefiz-Weihnachtskonzert 2022 –
zugunsten HILFSTÖNE – 13.12. / Lutherische Stadtkirche Wien
Clemens Unterreiner & Friends 

Zweimal in den beiden vergangenen Jahren wurde diese so lobenswerte Veranstaltung aus Corona-Gründen kurzfristig abgesagt. Heuer durfte sie endlich wieder stattfinden – bei ausverkauftem Kirchenraum, und fand wieder ein begeistertes Publikum- dank einem begeisternden Programm!

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Copyright © Jürgen Hammerschmid / Hilfstöne 

Clemens Unterreiner begrüßte das Publikum, seine Künstler und leitete in das Programm mit 23 Nummern über. Auf den Applaus nach jedem Musikstück sollte verzichtet werden – und das erwies sich als recht klug, denn es bot Gelegenheit zum Nachdenken über das Gesagte oder Gespielte. Und es gab auch keine Pause.

Mit Orgel und Trompete, gespielt von  Erzsébet Windhager-Geréd und Daniel Ott – also kirchengerecht – begann das bestens zusammengestellte Programm glanzvoll.  Die Schweizer Film- und Theaterschauspielerin Sunny Melles bot eine köstliche „Weihnachtsgeschichte“ von Victor von Bülow – Loriot über einen wichtigtuerischen Vater, der nicht einmal auseinenanderhalten kann, ob es sich bei Weihnachtgeschenken für sein Kind um einen Buben oder ein Mädchen handelt, hatte großen Lacherfolg. Cesar Franks „Panis Angelicus“ hätte sollen von der Wagner-Diva Linda Watson gesungen werden, die war jedoch erkrankt und als Einspringerin stellte sich sofort  die ukrainische Mezzosopranistin Zoryana Kushpler zur Verfügung (u.a. 13 Jahre lang Ensemblemitglied der Wiener Staatoper), die bereits 30 Benefizkonzerte seit Kriegsbeginn in der Ukraine gesungen hat. „Urbi caritas“ (von M. Durufle) wurde vom Chor Cantus iuvenis von der Orgelempore aus gesungen. Dann aber geschah Aufrüttelndes: Eine  riesige Bassstimme ertönte – sie gehörte Günther Groissböck, der im originalen Englisch Händels „Messias“ zu Wort und Ton kommen ließ. Wer’s nicht gewusst hat, was Opernsängern alles zugemutet wird, was aber auch ein spezielles Publikum begeistert, der hat es nun erfahren.

Auch die folgende Nummer, das Ave Maria von W. Gomez, ertönte mit der großen Stimme der Estländerin Annelie Peebo, ebenso wie die Händel-Nummer, sensibel begleitet vom amerikanischen Pianisten Stephen Hopkins, seit 2010 Solokorrepetitor und Bühnenmusikdirigent, nunmehr Studienleiter an der Wiener Staatsoper, der schon mit so ziemlich allen hier auftretenden bedeutenden Sängern ihre Rollen einstudiert hat. 

Sodann ließ der Wiener Schauspieler und u.a. Opernregisseur im Steinbruch St. Margarethen, Cornelius Obonya, unter dem Titel „Advent – ein Abenteuer“ (von W. Meissel) einen Redeschwall über die Liebe als mächtigste Kraft los, die in allen Phasen unser Leben bereichert und Berge versetzen kann…

Das Notturno Nr. von Franz Liszt wurde von keinem Geringeren als Eduard Kutrowatz, seit 2009 mit seinem Bruder Johannes Intendant des „Internationalen Liszt Festivals  Raiding“, optimal gespielt. Wieder ertönte der „cantus iuvenis“ mit „Abendfriede“ von J. Reinberger. Und was hätte zum Abend nun besser gepasst als Wolframs Lied an den Abendstern, eindringlichst dargeboten von Clemens Unterreiner (begleitet von der Geigerin Lidia Baich und von Eduard Kutrowatz der extra für diesen Abend diese Arie für Klavier und Geige arrangierte) Dass Unterreiner mit dieser Wagner-Rolle beim leider nicht mehr existenten Welser Wagner Festival einen Riesenerfolg hatte feiern dürfen, kam einem wieder zum Bewusstsein. Darauf folgten zwei herrliche Verdi-Nummern. Die Arie des Zacharias aus „Nabucco“, dargeboten wieder von Günther Groissböck, und das Duett Don Carlo/Posa  mit Andreas Schager, Clemens Unterreiner und Hopkins am Flügel – Opernseligkeit  pur. Nochmals ließen sich Trompete und Orgel vernehmen, mit J. Carles „Prince of Denmark’s March“, wieder gespielt von Windhager-Geréd und  Daniel Ott, und mit einem „Brief an Liserl“ von A. Einstein, köstlich witzig vorgetragen von Sunnyi Melles, endete dann der 1. Teil des Abends. 

Weniger gewichtige, aber ebenso interessante Nummern schlossen sich sogleich an. 

„Romanze“ von Shostakovich, mit viel Wärme eindringlich dargeboten von  Baich und Kutrowatz; „Still, still, still“, eine Salzburger Volksweise mit dem cantus iuvenis, „American Christmas“, ein Weihnachtsmedley, gespielt von Stephen Hopkins, eine Kärntner Voksweise „is schon still uman See“ , strahlkräftigst gesungen vom großen Tristan und Siegfried Andreas Schager, das Mariä Wiegenlied von Max Reger, wieder gesungen von Zoryana Kushpler, am Klavier Hopkins, „Was schenk ich heuer“, vorgetragen von Obonya, „O holy night“ von Adolphe Adam mit Annelie Peebo, „The Lord’s Prayer von A.Hay-Malotte, gesunegn von Unterreiner, begleitet von Hopkins und – finalmente –  „Adeste fideles von J.E. Wade – tutti!

Zuletzt gab es die Verleihung des „Goldenen Ehrenzeichens der HILFSTÖNE“ durch Präsident Clemens Unterreiner an die langjährigen Unterstützer dieses Konzertes Sunnyi Melles, Andreas SCHAGER und Zoryana Kushpler und die Verkündigung der Spendensumme von über 23.000.- und zum Abschluss die sizilianische Volksweise „O du fröhliche“ – „Tutti mit Publikum“.

Der Jubel war groß und berechtigt! Unterreiner bedankte sich auch bei der neuen Pfarrerin und Hausherrin  Julia Spitzlein und lud im Anschluss das Publikum zur Agape mit Wein vom „Weingut Paul Achs“, Brot und Süßem von der Bäckerei „Der Mann“  in den Raum der Begegnung.

Bis zum nächsten Mal…..                                                                           

Sieglinde Pfabigan

 

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