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WIEN / Kunstforum: WARHOL / BASQUIAT

15.10.2013 | Ausstellungen

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WIEN / Kunstforum Wien:
WARHOL / BASQUIAT
Vom 16. Oktober 2013 bis zum 2. Februar 2014 

„Ich mache mir keine Gedanken über Kunst“

An sich waren sie zwei Außenseiter, aber sie wurden in einer Epoche groß, die Außenseiter hätschelte: So kamen Andy Warhol, der König der Pop-Art, und Jahrzehnte später Basquiat, der König der Street-Art, zu ihrem Ruhm. Ihre Begegnung, von einem Kunsthändler initiiert, war äußerst fruchtbar und schlug sich in einer Zahl von spektakulären Zusammenarbeiten nieder. Diese „Collaborations“ stehen nun im Mittelpunkt der Ausstellung im Kunstforum Wien, das damit zweifellos einen „Hit“ in der ohnedies so regen Wiener Szene gelandet hat.

Von Renate Wagner

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Andy Warhol     Warhol, geboren 1928 in Pittsburg, gestorben 1987 in New York, erstaunte erst die amerikanische, dann die gesamte Kunstwelt durch seinen völlig unkonventionellen Zugang zur „Kunst“, die scheinbar keine war – mit  Suppenbüchsen, mit verfremdeten Prominentenporträts, mit Micky Maus. Er wurde im Lauf der Jahre jene „Factory“, die er in New York gründete, und betätigte sich über die Maßen erfolgreich als Allround-Künstler –  Grafiker, Fotograf, Filmemacher. Er wurde die Inkarnation der Pop Art.

WarholBasquiat Warhol Foto~1  WarholBasquiat Basuiat Foto~1

Basquiat     Jean-Michel Basquiat, der seinen Vornamen im Lauf seiner Künstlerkarriere „verlor“, kam 1960 in New York zur Welt und starb bereits 28jährig ebenda an einer Überdosis Drogen. Als erster afroamerikanischer Künstler, de sich in die Kunstwelt der Weißen vorarbeitete, begann er mit Zeichnungen, Cartoons, Graffiti, später malte er, wie es heißt, mit atemberaubender Geschwindigkeit. „Ich mache mir keine Gedanken über Kunst, wenn ich arbeite“, sagte er – und in dieser Einstellung traf er sich zweifellos mit Warhol.

WarholBasquiat Gemeinschaftsarbeit Florida~1 

Eine Begegnung     Es war der Schweizer Kunsthändler Bruno Bischofberger, der die beiden – ihr Altersunterschied betrug immerhin 32 Jahre – in den achtziger Jahren zusammen brachte und die gemeinsamen Arbeiten anregte. Wie lustvoll und spielerisch die Zusammenarbeit der beiden verlief, zeigt sich nun an zahlreichen, überdimensional großen, grellbunten Werken, die gleichsam von den Wänden herabschreien. Tatsächlich begann Warhol mit seinen bekannten Emblemen, und Basquiat übermalte, überzeichnete, überstrichelte. Sie trafen sich in der amerikanischen Alltagskultur – bei der Aufforderung, eine Million Dollar zu gewinnen, bei Hellmann’s Mayonnaise, bei bösen, lustigen Hunden und Kühlschränken, in ihren boshaften Motiven zu „Florida“… Eines zeichnet diese Gemeinschaftswerke jedenfalls aus: Sie wirken ungemein fröhlich.

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Solo-Auftritte    Darüber hinaus bietet die Ausstellung beide Künstler mit charakteristischen Werken, Warhol in diesem Fall vor allem mit den klassischen Siebdrucken, Basquiat mit seinen Zeichnungen, die oft wie kindliches Gekritzel wirken, aber vielfach sehr kunstvoll und manchmal ätzend sind wie seine Reflexionen über die „Bratwurst“…. Fotos der beiden hat Warhol in seinen Kanon aufgenommen: Wie sie boxen, das ziert auch Plakat und Katalog, Porträts von dem jungenhaften Schwarzen und dem resignierten weißhaarigen Alten. Wunderbar spannend, wie sie einander begegneten.

Bis 2. Februar 2014, täglich 10-19 Uhr, Freitag bis 21 Uhr

 

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