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WIEN/ Krypta der Peterskirche: Schubertiade/ Liederabend von Florian Pejrimovsky

07.11.2022 | Konzert/Liederabende

Wien/ Schubertiade in der Krypta der Peterskirche:

Liederabend von Florian Pejrimovsky (6. 11. 2022)

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Ekaterina Nokkert, Florian Pejrimovsky. Foto: „In höchsten Tönen“

Der Bassbariton Florian Pejrimovsky, einer der besten Ensemblemitglieder der Oper in der Krypta, gab am 6. November 2022 unter dem Titel Schubertiade einen höchst interessanten Liederabend in der Krypta der Wiener Peterskirche, der zum 250. Geburtstag von Johann Ladislaus Pyrker (2. 11. 1772 – 2. 12. 1847) stattfand.

 Johann Ladislaus Pyrker – er war Patriarch von Venedig und später Erzbischof von Eger in Ungarn – war der berühmteste Abt des Stifts Lilienfeld und hinterließ als Dichter ein großes künstlerisches Erbe. Als Franz Schubert auf seine Dichtung aufmerksam wurde, widmete er ihm ein ganzes Opus, in dem sich dessen Liebe zur Natur wiederspiegelt.  

Zur Einleitung des Liederabends würdigte Florian Pejrimovsky die großen Verdienste Pyrkers um den Wiederaufbau von Stift Lilienfeld nach dem verheerenden Brand im Jahr 1810, aber auch seine große Menschlichkeit, die er beispielsweise für die Pflege von versehrten Soldaten bewies. Ein interessantes Detail: Nach seinem Tod wurde Pyrkers Leichnam in die Wiener Peterskirche gebracht, wo man ihm die letzte Ehre erwies, ehe er nach Lilienfeld zur ewigen Ruhe überführt wurde.

Zu Beginn des Liederabends brachte Florian Pejrimovsky – begleitet von Ekaterina Nokkert am Klavier – das nach Pyrkers Text von Peter Moscatelli (geb. 1953) komponierte Lied  „Lilienfeld unter den Alpen“, ehe sich die beiden dem Opus 4 von Franz Schubert (1797 – 1828) zuwandten, das der Komponist  „Dem Patriarchen Ladislaus Pyrker gewidmet“ hatte. Mit seiner kräftigen Bassbariton-Stimme sang Pejrimovsky die Lieder „Der Wanderer“ (Text: Schmidt v. Lübeck), „Morgenlied“ (Werner) und „Wandrers Nachtlied“ (Goethe), einfühlsam begleitet von der Pianistin.

Danach begrüßte der Sänger aus dem Publikum die aus den Vereinigten Staaten stammende Komponistin Karen De Pastel (geb. 1949 in Bellingham), die nach Texten von Pyrker zwei Lieder Florian Pejrimovsky gewidmet hatte, die der Bassbariton sodann mit besonderer Leidenschaft zum Besten gab: „Der Alpengänger“ und „Der Alpensee im Mondlicht“. Die amerikanisch-österreichische Universitätsprofessorin hat sich auch als Musikerin einen Namen gemacht: sie ist Pianistin, Geigerin, Konzertorganistin und Dirigentin!

Nach diesem musikalischen Intermezzo des 21. Jahrhunderts war wieder Franz Schubert mit zwei Liedern an der Reihe: „Gasteiner Lieder“, Op. 79. Florian Pejrimovsky sang die beiden Lieder von Pyrker „Das Heimweh“ und „Die Allmacht“ wieder mit voller Inbrunst, ehe das Publikum in die Pause gebeten wurde.

Bei den Gesprächen in der Pause wurde auch ich von den Besucherinnen und Besuchern des Liederabends auf den Komponisten Franz Schubert angesprochen, wobei ich die Bemerkung fallen ließ, dass ich bisher bereits zehn Opern in Europa von Schubert gesehen habe, allerdings nur drei in Österreich (zwei in Wien und eine in Salzburg). Die verblüffende Antwort einer Besucherin: „Ich dachte, Schubert habe nur eine Oper geschrieben!“ Nun ja, diese Meinung entsteht eben, wenn seine Opern bei uns kaum auf dem Programm stehen…

Nach der Pause sang Florian Pejrimovsky drei Lieder von Louis Grellepois (1866 – 1935), des ehemaligen Bürgermeisters von Lilienfeld: „Frühlingslob“ (Text: Ludwig Uhland), „Traum“ (Louis Grellepois) und „Gebet“ (Eugen Gustav Diehl), ehe er sich zum Schluss des Liederabends wieder Franz Schubert widmete.  Zuerst das Lied „Erlafsee“ (Johann  Baptist Mayrhofer), danach vier Lieder nach Texten von Johann Gabriel Seidl, der auch Textdichter der österreichischen Kaiserhymne von 1854 war. Als anerkannter Lyriker war er auch für Schubert von großem Interesse! Seine vier Lieder hießen „Der Wanderer an den Mond“, „Das Zügenglöcklein“, „Bei dir allein“ und „Die Taubenpost“.

Es folgten noch drei bekannte Lieder, die Florian Pejrimovsky mit großer Innigkeit zum Besten gab, wobei ihm wieder Ekaterina Nokkert eine sichere Begleiterin war: „Litanei“ (Text von Georg Jacobi), „Ave Maria“ (Sir Walter Scott) und „Glaube, Hoffnung und Liebe“ (Christoph Johann Anton Kuffner). Der lang anhaltende Beifall des Publikums animierte die beiden Künstler noch zu zwei Zugaben („Die Forelle“ und „Liebhaber in allen Gestalten“) , ehe der Liederabend Schubertiade in der Krypta der Wiener Peterskirche zu Ende ging. Es war ein besonderer Abend!

Udo Pacolt

 

 

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