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WIEN/ Konzerthaus/“Resonanzen“: AMINTA E FILLIDE (G.F.Händel) Opera Settecento unter seinem Leiter Leo Duarte

27.01.2022 | Konzert/Liederabende

26.1.2022:RESONANZEN

 Aminta e Fillide

Die Ankündigung eines Programmes ohne Pause mit einem Concerto grosso und einer Oper von Georg Friedrich Händel klingt fast nach einer gefährlichen Drohung. Die Oper erweist sich aber als eine einstündige Kantate des jungen Händel, die dieser um 1707 in Italien geschrieben hat. Damit dauert das gesamte Konzert nur etwa 70 Minuten, also Entwarnung.

Das Instrumentalensemble Opera Settecento unter seinem Leiter Leo Duarte ist erstmals bei  den Resonanzen zu Gast. Neben dem Cembalisten David Gerrard besteht es aus vier Violinen (John Crockett, Gabriella Jones, Guy Button, Claudia Delago-Norz), Jacob Garside am Cello und Jan Zahourek mit der Violine grosso. Der Leiter Leo Duarte ist für die Holzblasinstrumente zuständig und wechselt zwischen Oboe und Traversflöte, wobei diese vorwiegend in den langsamen Sätzen wie der Sarabande des Concerto grosso zum Einsatz kommt.

Die Handlung der Kantate ist ein zu diesen Zeiten beliebtes Schäferspiel nach dem Muster: Junger Schäfer Aminta ist in die junge Schäferin Fillide verliebt, die aber zunächst nichts von ihm wissen will. Da aber der Librettist der Kardinal Francesco Maria Ruspoli ist und die Geistlichen wissen, wie sie ihre Schäfchen überzeugen können, endet das ganze völlig überraschend mit einem Happy End. Interessant an der Aufführung war, dass sie in einer halbszenischen Inszenierung nach historischen Vorbildern stattfand, für die Brian Robins gesorgt hatte. Die beiden wurden von Angela Hicks (als Aminta) und Penelope Appeleyard (als Fillide) in hübschen Kostümen (so wie sich damals halt die bessere Gesellschaft das einfache Landleben vorgestellt hat) dargestellt. Das wesentliche bei dieser Aufführungspraxis sind die streng genormten Bewegungen, insbesondere der Hände. Die beiden Sängerinnen, die gemeinsam unter dem Namen Fair Oriana auftreten (und das Publikum bei den Resonanzen 2020 in den Sherwood Forest zu Robin Hood entführten) haben ideal zueinander passende Stimmen. Lustigerweise ist die Partie des Schäfers Aminta etwas höher als die seiner Angebeteten notiert.

Als Draufgabe gab es noch ein a cappella Duett der beiden Sopranistinnen, mit dem sie sich für den herzliche Applaus bedankten (und auch dabei weiterhin den historischen Gestus beibehielten.)

Wolfgang Habermann

 

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