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WIEN/ Konzerthaus/ Mozartsaal: 5. KONZERT – „SCHUTZENGEL UND SÜNDENBÖCKE“

21.01.2016 | Konzert/Liederabende

RESONANZEN 5. KONZERT: Konzerthaus Mozartsaal „SCHUTZENGEL UND SÜNDENBÖCKE“ am 20.1.2016

 DER UNTERGANG DER SPANISCHEN ARMADA 1588

Der protestantische Orkan

Hätte sich Elisabeth I. von England mit König Philipp II. von Spanien vermählt, hätten die Engländer wohl nie die Armada versenkt. , wäre vielleicht auch die katholische Maria Stuart länger am Leben geblieben. Doch Elisabeth versuchte, alles Katholische in England zu vernichten.

Musiker und Komponisten der Gambe waren in dieser Zeit William Byrd (um1540 – 1623). Der bedeutendste Komponist zu Shakespeare Zeit. Er war ein katholischer Kirchenkomponist und gilt als der „englische Palestrina“. Er verfasste viele Orgelwerke, Messen und Motteten.

Thomas Tallis (1505 – 1585) war der Lehrer von Byrd, schuf auch natürlich viel Musik für den katholische Gottesdienst, musste sich aber ebenso dem protestantischen Ritual anpassen.  

Alfonso Ferrabosco d. Ä.(1543 – 1588), stammt aus Bologna. Er brachte die italienische Madrigalkunst nach England., als Angestellter des Hofes der Königin hatte der katholische Italiener keine Probleme mit seinem Glauben, so sagte man Spionage für England nach.

Von William Byrd hörte man eine instrumental gestaltete Messe und Fantasien, von Thomas Tallin In nomine a 4 I und II., sowie von Alfonso Ferrabosco d. Ä. Pavan, Fantasia und In nomine. Speziell seine Musik ist noch voll polyphonen Klang der Renaissance.

 DER BRAND VON LONDON 1666

Katholische Flammen

In der Regierungszeit Charles II. ab 1660, nach dem Interregnum Cromwells (Bellinis Oper „I Puritani“ erinnert daran) dachten die Katholiken, dass sich ihre Situation verbessern würde, besonders als Charles die portugiesische Infantin Katharina heiratete. Sie konnte als Katholikin allerdings nicht zur Königin von England gekrönt werden,. Doch als die Ehe ohne Nachkommen blieb, war es natürlich für die protestantische Seite ein Zeichen von Gottes Strafe. Als dann noch eine Pestepidemie das Land heimsuchte und London brannte, versuchte man den Druck auf die katholische Bevölkerung auszuweiten. Man verdächtigte die Brüderschaft der Jesuiten, da gestand später unter Folter ein französischer Uhrmacher, er habe mit Hilfe päpstlicher Spitzel den Brand gelegt. Nach seiner Hinrichtung stellte sich heraus, dass er zu dieser Zeit nicht einmal in England war.

Die Musiker des Hofes genossen eine Sonderstellung unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis. Matthew Locke (1622 – 1677) konvertierte zum katholischen Glauben in Den Haag, wo er sich zur Zeit des Bürgerkriegs aufhielt. Er komponierte nicht nur Kirchenmusik und Oratorien, sondern auch Bühnenwerke wie z. B. „The Tempest“ und auch Anthems, die protestantischer Antwort zur Mottete. Man lernte die Musik Lockes mit Fantasien in kleinen Sätzen kennen. Henry Purcell (1659 – 1695) gilt als größter englischer Komponist. Seine Opern sind noch heute am Spielplan diverser Opernhäuser. Er erhielt noch zu Lebenszeit den Titel „Orpheus britannicus“. Eine Auszeichnung dieser Zeit mit dem Nobelpreis vergleichbar. Diesmal gab es auch von Purcell Fantasien für Gamben, schöne zarte Barockmusik der Zeit des Königs Jakob II.

Das Ensemble „Phantasm“ bestehend mit Emilia Benjamin (Diskant-Gambe), Jonathan Manson (Tenor- Gambe), Mikko Perkola (Tenor –Gambe) und Markku Luolajan – Mikkola (Bass-Gambe) unter der Leitung ihres Gründers Laurence Dreyfus der auch die erste Diskant-Gambe spielte.  Der in Boston geborene Dreyfus studierte Cello und war ein Mitbegründer des Emerson String Quartet. Danach studierte er Theologie, Politologie und Musikwissenschaft und entdeckte zu Ende seiner Studien seine Liebe zur Viola da gamba . 1994 wurde das Ensemble „Phantasm“ gegründet.    

Elena Habermann

 

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