Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN( Konzerthaus: MATINÉE MIT DEN WR. SYMPHONIKERN, CONSTANTINOS CARYDIS REGULA MÜHLEMANN

16.12.2019 | Konzert/Liederabende


Foto: Helena Ludwig

15.12.2019 Matinee im Wiener Konzerthaus: Wiener Symphoniker, Regula Mühlemann und Dirigent Constantinos Carydis – präsentiert von Barbara Rett – mit Mozart und Respighi.

Im Rahmen des Zyklus „Matineen der Wiener Symphoniker“ sprach Barbara Rett wieder Einleitendes zum heutigen Konzert. Begonnen wurde mit einem Programm, das fast ausschließlich aus Jugendwerken von Mozart bestand, zusammengestellt vom griechischen Dirigenten Constantinos Carydis der darum bat, dass zwischen den einzelnen Werken nicht applaudiert wird. Besonders unterhaltsam war das Vorlesen von Textstellen aus Briefen Mozarts die er als Jugendlicher verfasst hatte, vorgetragen von Musikern und Musikerinnen der Symphoniker. Danach folgte:

 

  1. Kassation Nr. 1 G-Dur K 63 „Finalmusik“ das Andante aus dem Jahr 1769. Alle drei Kassationen Mozarts entstanden in seiner Salzburger Zeit. Diese Werke wurden damals von den fertig ausgebildeten Studenten zu Ehren Ihrer Professoren dargebracht.
  2. Arie „Ruhe sanft, mein holdes Leben“ aus dem nicht vollendeten Singspiel „Zaide oder das Serail“ K 336b, entstanden 1779-1780. Damals waren die sogenannten Türkenopern extrem beliebt. Wieso Mozart das Stück nie vollendete ist nicht geklärt, es wurde erst 1799 in seinem Nachlass wiederentdeckt. Doch wenige Jahre danach komponierte er für Wien „Die Entführung aus dem Serail“. Die wunderbare Arie´aus diesem Vorgängerwerk wurde von der jungen schweizer Sopranistin Regula Mühlemann hervorragend gesungen. Ihre glockenhelle Stimme die keinerlei Pressen oder Anstrengung kennt harmoniert hier vollkommen.
  3. Overtura zu „La Betulia liberate“ K 74c aus dem Jahr 1771. Den Auftrag zu dem geistlichen Schauspiel erhielt der 15jährige Mozart in Padua. Das Libretto war schon damals sehr oft vertont worden und es ist anzunehmen, dass man den jungen Musiker mit seinen Kollegen vergleichen wollte. Es kam allerdings keine Aufführung in einer der Akademien des Auftraggebers zustande. Mit dem heutigen Tag wurde dieses Stück im Wiener Konzerthaus zum ersten mal aufgeführt.
  4. „Exsultate, jubilate“, Motette für Sopran F-Dur, K 158a, entstanden 1773. Wolfgang und sein Vater Leopold Mozart befanden sich seit Oktober 1772 wieder auf einer Italienreise, um den vertraglichen Verpflichtungen zum Schreiben und Einzustudieren einer Oper für die Karnevalsaison in Mailand nachzukommen. Die Premiere von Lucio Silla fand am 26.12.1772 mit großem Erfolg statt, was aber auch dem Mitwirken von Venanzio Rauzzini zu verdanken war. Der Kastrat war einer der umjubeltsten Sänger seiner Zeit und so schrieb Mozart für ihn auch noch eine Solokantate, das „Exsultate, jubilate“. Diese wurde dann am 17.1.1773 in der Mailänder Theatinerkirche uraufgeführt. Heute konnte die reizende Frau Mühlemann damit brillieren. Brava!

 

Nach der Pause wurde die Besetzung der wunderbaren Wiener Symphoniker ordentlich aufgestockt und es folgten Ottorino Respighis beeindruckende Tondichtungen „Fontane di Roma“ und „Pini di Roma“.

Respighi (1879 – 1936) gehörte zur Generation der „dell´ottanta“an, Komponisten die um 1880 geboren waren und es sich zur Aufgabe machten, der Musik Italiens neue Impulse zu geben und zu zeigen, dass es auch symphonische Musik im Land der Oper gibt. Am 11.3.1917 wurde „Fontane di Roma“ uraufgeführt und vom Publikum sehr verhalten aufgenommen. Der enttäusche Komponist legte die Partitur zur Seite und erst als Toscanini im Feburar 1918 ein Werk von Respighi dirigieren wollte, sendete ihm der Komponist die Partitur. Er selbst wollte bei der Aufführung nicht anwesend sein, weil er von einem weiteren Misserfolg überzeugt war. Zu seiner großem Freude wurde die Aufführung unter Arturo Toscanini aber ein gewaltiger Erfolg und Respighi schrieb in den 1920er Jahren noch zwei symphonische Dichtungen die an das Werk anschlossen. Die „Pini di Roma“ und „Feste Romane“ welche ebenfalls unter Toscanini mit großem Erfolg in Europa und den USA präsentiert wurden.

Die Wiener Symphoniker sind ein großartiges Orchester, die auch unter Constantinos Carydis Leitung gewohnt hervorragend musizierten. Der Dirigent leitete das große Orchester mit weiten, fließenden Bewegungen ohne Taktstock. Es scheint dass schon bei der ersten Zusammenarbeit eine große Vertrautheit gegeben war. Wunderbar, Danke!

Die Sopranistin Regula Mühlemann ist am 7.1.1986 in der Schweiz geboren. Sie studierte an der Hochschule Luzern und sammelte schon früh Erfahrungen am dortigen Theater. An vielen der bedeutendsten Opernhäusern ist die junge Sängerin bereits aufgetreten und am 16. Februar 2020 gibt sie ihr Rollen- und Wiener Staatsoperndebüt als Adina in Donizettis L´elisir D´amore. Ausserdem wird sie bei den Salzburger Festspielen die Pamina in der Zauberflöte singen. https://regulamuehlemann.com/

Der 1974 in Athen geborene Dirigent Constantinos Carydis studierte Klavier und Musiktheorie am Athener Konservatorium. Sein Dirigentenstudium schloss er an der Hochschule für Musik und Theater in München ab. Er dirigierte schon an der Wiener und der Bayerischen Staatsoper, am Covent Garden und bei den Salzburger Festspielen. In der letzten Saison debütierte er bei den Berliner Philharmonikern. https://de.wikipedia.org/wiki/Constantinos_Carydis

Die Wiener Symphoniker zählen zu den besten Orchestern Europas und bestimmen die großartige, qualitativ höchstwertige symphonische Konzertszene in Wien. Gegründet wurden die Symphoniker 1900 mit der Zielsetzung erschwingliche Orchesterkonzerte der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. https://www.wienersymphoniker.at/de

Bericht von Helena Ludwig – https://www.facebook.com/helena.ludwighttps://www.instagram.com/helena_ludwig_austria/

 

 

Diese Seite drucken