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WIEN/ Konzerthaus/ Großer Saal: PHILHARMONIX – WIENER COMEDIAN HARMONISTS: „Funk“. Ein kulinarisch-spaciges Potpourri

08.04.2026 | Konzert/Liederabende

7.4.2026:  KONZERTHAUS GROßER SAAL – PHILHARMONIX – WIENER COMEDIAN HARMONISTS: „Funk“

Ein kulinarisch-spaciges Potpourri

Die Philharmonix – „The Vienna Berlin Music Club“ besteht seit 2007 und setzt sich aus sieben Mitgliedern, hauptsächlich Musikern der Wiener (Thilo Fechner, Viola; Ödön Rácz, Kontrabass; Daniel Ottensamer, Klarinette) und Berliner Philharmoniker (Noah Bendix-Balgley, Violine; Stephan Koncz, Violoncello) zusammen, das durch zwei freischaffende Künstler (Sebastian Gürtler, Violine; Christoph Traxler, Klavier) ergänzt wird. Sie treten seit geraumer Zeit regelmäßig im Wiener Konzerthaus auf und haben dort eine eigene Serie, die sich bei Publikum und Kritik großer Beliebtheit erfreut. Crossover auf allerhöchstem Niveau, teilweise als Bearbeitung, teilweise als Eigenkomposition, für jeden ist etwas dabei. Klassisches mischt sich mit Innovativem, Volksmusik mit Schlagern, Kinohits mit Tanz.

Conférencier Daniel Ottensamer beweist mit seinen launigen Moderationen, die durch den Abend führen, dass er nicht nur ein höchstklassiger Musiker, sondern auch ein äußerst begabter Entertainer ist.

Das Motto des Konzertes ist diesmal „Funk“ – ein wahrlich weiter Begriff: Verbreitung von Musik durch den Funk, Funkwellen im Weltraum, teilweise auch ganz persönliche Assoziationen der Musiker, die dann das eine oder andere Stück in den Äther bringen. Besonders originell ist, dass eine Bearbeitung von Strauss’ „Im Krapfenwald’l“ deswegen erklingt, weil „fánk“ in der Muttersprache des ungarischen Kontrabassisten „Krapfen“ bedeutet.

Ergänzt wird der Abend durch Gastauftritte der Wiener Comedian Harmonists, einem Zusammenschluss von Sängern des Wiener Staatsopernchores (Oleg Zalytskiy, Gerhard Reiterer, Johannes Gisser, Martin Thyringer, Hermann Thyringer), der sich der Wiederbelebung der Musik der Comedian Harmonists des Berlins der 1920er und -30er Jahre verschrieben hat und deren fröhlichen, klaren, aber doch auch sentimentalen Sound wunderbar nachgestaltet und mit eigenen musikalischen Noten versieht.

Der Abend beginnt stilecht mit „La vie en rose“ für sieben Instrumente, und bereits danach erfreuen die Sänger mit dem kleinen grünen Kaktus und „Veronika, der Lenz ist da“ – eine perfekte Einstimmung an diesem lauen Frühlingsabend – das Publikum. Düster und erhaben klingt die Bearbeitung von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“, während Noah Bendix-Balgley (erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker) mit Wieniawskis „Tarantelle“ ein Feuerwerk an Geigenvirtuosität entfacht. Einige filmische musikalische Sequenzen (Rocky, der weiße Hai, James Bond) finden ebenso perfekt abgemischt in einem Medley ihren Raum wie das Sängerensemble mit „In einem kühlen Grunde“ ein retardierendes Moment erzeugt. Humorvoll die „Dichtungspolka“ – eine Eigenkomposition, die sich unter Assoziationen zu (Richard) Strauss’scher Musik mit der Problematik von Nassraumrenovierungen auseinandersetzt. Zuletzt gleitet das Ensemble mit der „Space Odyssey“ gar unter Orgelklängen mit irrisierenden Lichteffekten musikalisch in eine andere Galaxie.

Sabine Längle

 

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