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WIEN/ Konzerthaus/ Festival Resonanzen: „KARNEVAL“ – DAS FEUER DER KARIBIK

24.01.2017 | Konzert/Liederabende

KONZERTHAUS GS, 23. 1.2017 „KARNEVAL“ – DAS FEUER DER KARIBIK

Das Ensemble „Conjunto de Musica Antigua Ars Longa“ unter Teresa Paz brachte die richtig temperamentvolle feurige Stimmung zu Carne vale, Fleisch lebe wohl, die Vorbereitung zur Fastenzeit.

Das große Ensemble, das sich aus Instrumentalisten, Tänzern und Sängern diverser Bevölkerungsgruppen Cubas zusammengestellt ist, bot eine musikalisch und tänzerisch großartige Show.

Die gehörte Musik war teils sakral, teils Tanzrhythmen der schwarzen Sklaven, gemischt mit der Tradition der Indigenen. So hörte man Werke des Spaniers Pedro Bermudez (1558 – 1605), ein Meister der Polyphonie, der vom Bischof von Cuzco eingeladen wurde, die musikalische Leitung der Kathedrale zu übernehmen. Sowie auch Musik von Gaspar Fernandes (1570 – 1629), ebenso ein Spanier der seine Kunst in die „neue Welt“ brachte. Wie sich jedoch diese Musik mit den Rhythmen der bunten Bevölkerung mischt, ist interessant und bemerkenswert. Teilweise sind auch die Texte noch stark von den indigenen Sprachen beeinflusst, sodass eine Übersetzung nicht möglich ist.  

Enorm die Leistung jedes einzelnen Künstlers. Hervorzuheben ist der Perkussionist Julio Victor Hechevarria , der akrobatische Tänzer Reynaldo Baro, die bildhübsche Cembalistin Gabriela Mulen, die auch sang und tanzte wenn das Cembalo Pause hatte. Ganz besonders schön der Counter Hector Eduardo Herrera, und natürlich die Gründerin und Leiterin der Truppe Teres Paz mit leichtem Sopran. Die vielen großartigen Mitbeteiligten seien pauschal hochgelobt. 

Besonders lustig am Ende des Festes war der Tanz mit dem Publikum, wo sich dann so mancher richtig in Ekstase tanzte.

Für den Carneval gaben die reichen Gutsherren den Sklaven frei, um mittanzen und feiern zu können. Dass dabei natürlich auch heidnische Bräuche nicht zu kurz kamen, versteht sich und hat sich bis heute auch in Europa nicht geändert. 

Elena Habermann

 

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