Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Konzerthaus: ERÖFFNUNG DES BEETHOVEN-JUBILÄUMSJAHRS MIT DER „NEUNTEN“

02.01.2020 | Konzert/Liederabende


Foto: Helena Ludwig

Das Wiener Konzerthaus eröffnet auch das Beethoven Jubiläumsjahr 2020 traditionell mit der Neunten Symphonie des Unsterblichen.

  1. Jänner 2020: Es ist schon eine lange Tradition, dass das Wiener Konzerthaus zum Jahreswechsel an drei Tagen Beethovens großartige 9. Symphonie mit den Wiener Symphonikern und der Singakademie auf dem Spielplan hat. Schon bei der Eröffnung dieses Hauses wurde die Neunte Beethovens aufgeführt und bis heute über 200 mal gespielt.
    Es ist ein epochales Werk in dem uns im letzten Satz mit der Vertonung Friedrich Schillers Gedicht „an die Freude“ jedesmal glaubhaft die Hoffnung gegeben wird, dass alle Menschen in Frieden und Harmonie zusammenleben können. Passenderweise ist sie seit 1985 auch die Hymne der Europäischen Union und repräsentiert die Werte des vereinten Europas: Freiheit, Frieden, Solidarität und Einheit.

Beethoven hat diese, seine letzte vollendete Symphonie – die Nr. 9 in d-moll op. 12 – zwischen 1822 und 1824 geschrieben, bereits vollständig taub und von einem furchtbaren Tinnitus gepeinigt. Die Uraufführung fand unter seinem Beisein am 7.5.1824 am Wiener Kärntnertortheater statt. Bereits nach dem zweiten Satz soll frenetischer Jubel ausgebrochen sein. Seine Ode an die Freude las er von den Lippen der Sängerinnen und Sänger ab. Da er mit dem Rücken zum Publikum saß bekam er den enthusiastischen Applaus am Ende nicht mit. Die Sopranistin soll den Meister zum Publikum gedreht haben, damit er die Ovationen entgegennehmen konnte, die auch durch das Schwenken von Tüchern zum Ausdruck gebracht wurde um dem tauben Komponisten die Begeisterung auch ohne Applaus bezeugen zu können.

Zum Jahreswechsel 2019/2020 dem Beginn des 250 Jahre Beethoven Jubiläums, leitete der italienische Dirigent Gianandrea Noseda die Wiener Symphoniker. Der Chor der Wiener Singakademie unter der künstlerischen Leitung von Heinz Ferlesch war wieder sehr überzeugend. Alle vier Solisten debütierten in dieser Aufführungsserie am Wiener Konzerthaus.

Sopran: Lise Davidsen
Mezzo: Anna Maria Chiuri
Tenor: Russel Thomas

Michael Volle musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen, aber es konnte der großartige Bass Ain Anger einspringen der ein ganz wundervoll mächtiges „Oh Freunde, nicht diese Töne“ ins beginnende Chaos erschallen ließ. Der in Estland geborene Sänger ist dieses Monat auch wieder an der Wiener Staatsoper, nämlich in Lohengrin als König Heinrich, zu sehen.

Das Dirigat des am 23.4.1964 in Mailand geborenen Gianandrea Noseda hat mir sehr gefallen. Oft verinnerlicht, unaufgeregt aber doch extrovertiert, sehr verbunden mit der Musik, hatte er immer engen Kontakt mit dem Orchester und scheint mit den Symphoniker und Sängern überhaupt glänzend zu harmonieren. Er ist unter anderem Musikdirektor des National Symphony Orchestra Washington und ab 2021/22 Generalmusikdirektor des Opernhaus Zürich. Der Maestro hat mir verraten dass es er eventuell mit seinem US Orchester nach Wien kommen wird. Ich halte die Daumen dass es klappt und wünsche ein  gutes und freudenvolles 2020!

http://www.gianandreanoseda.com/home_e.aspx

https://www.wienersymphoniker.at/

https://www.wienersingakademie.at/de/startseite/

https://www.konzerthaus.at/

Bericht: Helena Ludwig – https://www.facebook.com/helena.ludwighttps://www.instagram.com/helena_ludwig_austria/

 

 

Diese Seite drucken