17.3.26 „Medea“ (Projekt), MusikTheater an der Wien in der Kammeroper. Vom Mythos zur Seifenoper
Die neueste Produktion in der Kammeroper widmet sich der starken Kolchisfrau Medea. Musik- und Sprechpassagen unterschiedlichster Herkunft wurden zu einem knapp eindreiviertel Stunden langen, pausenlosen „Musiktheaterprojekt“ montiert.
In diesem Fall möchte das MusikTheater an der Wien mit seinem „Medea“-Projekt dem „Medea“-Mythos aus weiblicher Perspektive nachspüren. Denn der Mythos tendiere dazu „patriarchale Denkmuster zu beglaubigen“, wie im Programmheft zur Aufführung nachgelesen werden kann. Was auf den ersten Blick noch nachvollziehbar erscheint, stellt sich auf den zweiten allerdings als geradezu herkulische Aufgabe heraus: Seit zweieinhalbtausend Jahren hat sich in Sachen „Medea“ eine riesige Stoffmenge angesammelt – wer daraus für die Bühne etwas Gehaltvolles schneidern möchte, wird auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen (und mit der Bezeichung „Projekt“ wird prophylaktisch die große Chance dabei zu scheitern kommunikativ abgefedert).
Das Produktionsteam des „Medea“-Projekts hat eifrig in der angesprochenen Fülle gewildert und Sprech- sowie Gesangspassagen aus unterschiedlichen Quellen in sechs Szenen arrangiert, die Medeas Aufenthalt in Korinth zum Mittelpunkt haben.

Foto: Herwig Prammer
http://www.operinwien.at/chronik/Material/medea.htm
Dominik Trogrt(www.operinwien.at

