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WIEN/ Kammeroper: LADY MAGNESIA von Mieczyslaw Weinberg/ ZWEIMAL ALEXANDER von Bohuslav Martinu  am 11.6.2026

12.06.2026 | Oper in Österreich

WIEN/Kammeroper

KAMMEROPER: LADY MAGNESIA von Mieczyslaw Weinberg/ ZWEIMAL ALEXANDER von Bohuslav Martinu

 am 11.6.2026

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Foto-Copyright: Herwig Prammer

 Mit zwei unbekannten Einaktern beschloss die Wiener Kammeroper ihre letzte Saison vor der (hoffentlich nur vorläufigen) Sperre.Beide handeln von Seitensprüngen, von Dreiecksverhältnissen.

Der erste war Lady Magnesia (nach einer Farce von Bernard Shaw). Sir George will (wie Othello) seine Gattin Lady Magnesia im Schlaf ermorden, weil er sie (berechtigterweise) der Untreue mit dem Kammerdiener (der auf den schönen Namen Adolphus Bastable hört) verdächtigt. Ein Niesen der Lady vereitelt seinen Anschlag, worauf der Sir einfach den Kammerdiener vergiftet. Von Reue gepackt, wird diesem Gips eingeflößt, was ihn zwar dennoch (wenn auch mit weniger Schmerzen) sterben lässt, jedoch in eine Statue verwandelt, die fürderhin das eheliche Schlafzimmer zieren wird.

Der Unterzeichnete muss, wenn er ehrlich ist, gestehen, dass er – bei allem Respekt vor der unglaublich dramatischen Lebensgeschichte Weinbergs – den Hype um dessen in den letzten Jahren erfolgte Wiederentdeckung („Der Idiot“,“Die Passagierin“ etc.) nie verstanden hat. Mir erscheint diese Musik epigonal, zweitklassig. Lady Magnesia macht da keine Ausnahme, im Gegenteil: sie ist überhaupt erst 1975 (!) entstanden, was das Ganze noch seltsamer erscheinen lässt. Und vor allem ist sie äußerst eintönig und vollkommen humorlos. Eine Enttäuschung!

Von ganz anderem Kaliber ist da schon der zweite Einakter an diesem Abend, Zweimal Alexandre (französischer Originaltitel: Alexandre bis) von Bohuslav Martinu.

Hier gibt der Ehemann Alexandre vor, seinen Cousin aus Massachusets vom Bahnhof abholen zu müssen, erscheint dann aber selbst als derjenige (allerdings rasierterweise ohne Bart). Ehefrau durchschaut zwar das Spiel, steigt aber dennoch darauf ein und gibt sich ihrem Gatten-Geliebten hin, was zu unerhörten Höhepunkten führt. Das unsittliche Geschehen wird dabei äußerst originellerweise von einem sprechenden Portrait Alexandres kommentiert.

Martinus Musik ist fröhlich, witzig, ironisch, amüsant und inspiriert. Genial und grossartig!

Aus dem brillanten Ensemble ragt Josefine Göhmann als untreue (bzw. eigentlich treue) Ehefrau heraus, spielerisch und gesanglich souverän: supersexy und höhensicher. Eine Freude, ein Genuss.

Wir wünschen der Wiener Kammeroper – und uns ! – dass in sehr naher Zukunft hier wieder solche anregende Abende zu erleben sein werden…

 Robert Quitta

 

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