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WIEN/ Kabinetttheater: DAS KRIPPENSPIEL von Hugo Ball. Concert bruitiste zum 29. Mal

19.12.2025 | Oper in Österreich

WIEN/ Kabinettheater: Hugo BALL „KRIPPENSPIEL“

Concert bruitiste zum 29. Mal
Aufführung vom 18.12.2025
Aufführungsserie 11.12.-23.12.2025, alle Vorstellungen ausverkauft

Es lohnt sich nach Restkarten zu fragen!
Ein wahrer Publikumshit mit einem treuen Stammpublikum!

armin bardel
Foto: Armin Bardel

Hugo Balls im Mai 1916 im Zürcher Cabaret Voltaire als „bruitistisches Konzert” uraufgeführtes Krippenspiel wird im Kabinetttheater seit 29 Jahren in der Vorweihnachtszeit im Wiener Alsergrund gespielt. Wie jedes Jahr wird der Bratapfel, der die Vorstellungen duftend begleitet, nach der Vorstellung serviert.

Spiel: Katarina Csanyiova, Tanja Ghetta, Walter Kukla
Bruit: Anna Clare Hauf
Technik: Kolja Meierhofer
Regie: Julia Reichert

Julia Reichert, die Gründerin und Prinzipalin des Kabinetttheaters, ist am 29. Oktober 2024 verstorben. Ihrem Wunsch gemäß führt das Team des Kabinetttheaters ihr Herzensprojekt mit großem Engagement weiter.

Bei der Uraufführung am 31. Mai 1916 im Cabaret Voltaire in Zürich waren Hans Arp, Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco, Marietta di Monaco und Tristan Tzara die Akteure, in Wien sind Katarina Csanyiova, Tanja Ghetta und Walter Kukla
die Figurenspieler im Hintergrund. Die Bruitistin Anna Clare Hauf agiert vor Publikum und überrascht, wie sie eine ganz besondere Klangwelt erzeugt, mithilfe der eigenen Stimme und vieler Gegenstände aus dem täglichen Leben und begleitet am präparierten Klavier. Sie folgt der Laut-Partitur von Hugo Ball in Geräuschen, in dadaistischen Gedichten und unterschiedlichen Stimmen.

Das Krippenspiel gliedert sich in sieben Bilder: Stille Nacht / Der Stall / Die Erscheinung des Engels und des Sterns / Die Verkündigung / Die heiligen drei Könige / Ankunft am Stalle / Die Prophezeiung

Während der Inhalt der ersten sechs Bilder Christen wohlbekannt ist, ist das VII. Bild „Die Prophezeiung“ wahrscheinlich für manche im Publikum ein wenig überraschend:

Plötzliche Hammerschläge. Nageln. Rattern. Klappern.

Zurufe der Knechte: He hollah! he hollah! he hollah!

Zymbeln, Pfeifen, Johlen, Volksmenge Bellen.

Die Pharisäer: Rabata, rabata, rabata, rabata, sallada, salada, sallada, sallada, sallada, sallada, sallada, rabata bumm, rabata bumm, rabata bumm, rabata bumm.

Die heiligen drei Könige: oh oho oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh (sehr schmerzlich)

Esel und Öchslein (sehr schmerzlich): Muh iahh, muhhhhh, iahhhhh, muhhh.

Lamm: bähhhhhhh, bähhhhhhhhh, bähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!

Klagelaute der Maria: Ahhhhhhhhh, ahhhhhhhhhh, ahhhhhhhhhhhhhhhhh!

Glocken und Glöckchen: Bim bam bum, bim bam, bum, bim bam, bum. Gong gong.

Nageln: – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Und da er ward gekreuzigt
Da floß viel warmes Blut.

Text übernommen aus: www.projekt-gutenberg.org/ball/krippen/krippen.html

Großer Applaus am Ende des Krippenspiels nach rund 60 Minuten, bevor der kulinarische Teil des Abends beginnt.

Elisabeth Dietrich-Schulz

 

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