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WIEN/ ImPulsTanz/ Volkstheater: IN MEMORIAM ISMAEL IVO

02.08.2021 | Ballett/Tanz

Volkstheater: In Memoriam Ismael Ivo (1.8.2021)

ImPulsTanz Performances 2021 - In Memoriam Ismael Ivo (BR)
Copyright: ImPulsTanz

ImPulsTanz hat seinem verstorbenen Mitbegründer Ismael Ivo mit einer würdigen Veranstaltung gedacht. Ismael Ivo, 1955 in Sao Paulo geboren und heuer im April in seiner Geburtsstadt an COV-ID-19 verstorben, ist seit der Gründung von ImPulsTanz im Jahr 1984 dem Initiator Karl Regensburger als Repräsentant und künstlerischer Berater an der Seite gestanden. Sie haben sich gegenseitig befruchtet, waren einander Stützen bei der Entwicklung ihres ständig wachsenden sommerlichen Tanz-Projektes.

Vor allem als Solotänzer in expressiven Tanzstücken sind Ivo besonders ‚charismatische Intensität und skulpturelle Kraft seines Stils‘ bescheinigt worden. Vielseitig ist er in der zeitgenössischen europäischen Tanztheater-Szene tätig gewesen, und in seinen späteren Jahren wurde ihm die Leitung des Ballettensembles von Sao Paulo übertragen worden. In Wien ist er als ein sich mit völliger Hingabe einsetzender Tanzpädagoge in seinen Kreisen besonders beliebt gewesen. Seine Worte: „Ich hatte schon als Kind diesen Traum, die Welt zu verändern. Und als Schwarzer immer die Vorstellung, die Wahrnehmung der Menschen zu verändern. Die Veränderung der Wahrnehmung ist die Grundlage für die Veränderung der Wirklichkeit.“

Es ist ein Versinken, ein Versponnen sein in den eigenen Welten – diese kurzen Solopiecen, mit denen seine Freunde und Mitstreiter im Wiener Volkstheater an ihn erinnert haben. Die meisten als arrivierte Protagonisten früherer Modern Dance-Zeiten. Wie Germaine Acogny beschwörend mit „Getanztes Gebet für Ismael“, Koffi Koko, Louise Lecavalier. Und Susanne Linke hat „Für Ismael“ noch einmal die Bühne betreten. Dazwischen erinnerten kurze Videos an die künstlerische wie pädagogische Arbeit von Ismael Ivo – als eine solitäre Persönlichkeit auf der Bühne, als ein impulsiv seine Scharen Anfeuernder in seinen Workshops.

 

Meinhard Rüdenauer

 

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