ImPulsTanz im Odeon / Die Needcompany zwischen Sozialkritik und Nonsens-Spielchen 24.7.2026
Jan Lauwers aus Antwerpen, Jahrgang 1957, hat als Regisseur, Performer und bildender Künstler eine engere Beziehung zu Österreichs Opernszene wie zu ImPulsTanz. Und er hatte vor vierzig Jahren in Brüssel mit Gleichgesinnten ein Kreativ-Kollektiv gegründet, welches so ähnlich in seiner Vielseitigkeit in Österreich nicht einmal in Ansätzen zu erkennen gewesen ist: die Needcompany. Die Intentionen und Stärken dieser freien Gruppe, kurz gesagt: Performance,Theater, Bildnerisches, Musik, Literatur sollen in aller Vielfalt und auch mehrsprachig in einer offenen Gedankenwelt ihren freien Spielraum erhalten.
Needcompany, wiederholt von ImPulsTanz nach Wien geholt, hat sich diesmal mit zwei Programmen eingestellt. „The Garden of Earthly Disquiet“ hat es auf ein Konzept von Grace Tang im Akademietheater geheißen. Von einem kleinen Ensemble wird mit übergreifender Spielfreude doch etwas wirr in der Erzählung auf Schicksale von Kindern und den Empfindungen deren Mütter hingewiesen, die in der Kolonialzeit gewaltsam getrennt wurden …. wie es die Kolonialmacht Belgien anno dazumal auch vorgeführt hatte.
Im interessant präsentierten Needlapb-Abend im Odeon hat Lauwers Exzerpte aus aktuellen Produktionen vorgestellt und auf Anliegen und Arbeitsprozesse dieser Performer-Gemeinschaft hingewiesen. Sozialkritische Themen sind immer der Ausgangspunkt, ernsthaft werden die Problematiken aufgezeigt …. und doch kann sich in der Hektik darstellerischer Ausgelassenheit alles zu einem Nonsens-Spiel entwickeln.
Meinhard Rüdenauer

