Wien 16.7. 26, Wiener Opernsommer mit Carmen
Der Wiener Opernsommer holte heuer Sevilla nach Wien: Am Heumarkt spielte es „Carmen“ und das Areal des Wiener Eislaufvereins wurde zur „Stierkampfarena“.

Das Opern-Open-Air des Wiener Opernsommers hat jetzt bereits seine dritte Saison absolviert: zwischen 1. und 18. Juli punktgenau in die Lücke zwischen dem Saisonschluss an den großen Wiener Häusern und dem Beginn der renommierten Festspiele in Salzburg, Bregenz und anderswo platziert. Vor zwei Jahren hat der Opernsommer noch oben beim Belvedere mit „Don Giovanni“ residiert, im letzten Jahr wurde „La traviata“ bereits am Heumarkt gespielt, ebenso heuer die nicht minder zugkräftige „Carmen“. Für nächstes Jahr ist am selben Ort „Aida“ angesagt – und dann gibt es vielleicht eine Kulissen-Pyramide zu bestaunen, die sich vor der Seite des Konzerthauses aufrichtet.
Das ganze Unternehmen hat inzwischen seine eigene „Dramaturgie“ entwickelt: Ein Erzähler führt durch die Handlung – nämlich der „Geist“ des Komponisten höchstpersönlich. Letztes Jahr hat Karl Markovics Giuseppe Verdi gemimt, heuer hat Hosea Ratschiller den „Geist“ von Georges Bizet dargestellt. Humorvoll hat er dem Publikum die Handlung und weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte des Werkes vermittelt. Dergleichen hat den Vorteil, dass man sich die Dialoge erspart, den Nachteil, dass der Fortgang der Handlung immer wieder unterbrochen wird. Heuer war der Komponist eindeutig zu redselig und hat sich zu oft in das Bühnentreiben eingemischt.
http://www.operinwien.at/werkverz/bizet/acarmen20.htm
Dominik Troger/www.operinwien.at

