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WIEN/ Globe Theater: Österreichischer Kabarettpreis 2026 – und wirklich „Blöd für 3“? 

12.10.2026 | Feuilleton, Reflexionen

Globe Theater: Österreichischer Kabarettpreis 2026 – und wirklich „Blöd für 3“? 

kab

Die Situation ist schon ein bisschen schwierig: So überwältigend unterhaltsam, so übermäßig geistreich sind sie nicht, diese Kabarettisten, welche als blödelnde Einzelgänger auf die Gunst eines breiteren Publikums hoffen. Anno dazumal, als der Qualtinger, der Bronner zu zünden und zündeln verstanden, damals hatten sie in kleinen Ensembles und im Zusammenspiel ihre Treffer erzielt. Heute: im Alleingang, ego, ego – und wenn im Video sich doch ein Partner einmischt, so ist’s ein freches kleines Hunderl-Püppchen.

Bei der Verleihung des Österreichischen Kabarettpreises 2026 im Wiener Globe Theater hat das Publikum trotzdem den Preisträgern seine Sympathie gezeigt. Die Stimmung ist gut gewesen. Trotz ziemlich viel Geplapper bei der Moderation und eher bescheidenem Funkenflug bei den kurzen Darbietungen der diversen PreisträgerInnen. Erfreulich: Alle Geehrten haben nicht im derzeit in den heimischen Theatern gepflegten deutschen Bühnenjargon ihre Witze vorgetragen, sondern sie haben locker erkennen lassen, aus welchem Bundesland sie kommen. An diesem Abend war irgendwie zu ahnen, dass es zur Zeit in der Szene an großen Kalibern fehlt. Der Hauptpreis für 2026 wurde dem durch die Jahre vielseitig beschäftigten Wiener Severin Groebner zugesprochen. Dessen aufscheinendes Motto zur umjubelten Verleihung: „Blöd für 3“.

Meinhard Rüdenauer

 

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