Freie Bühne Wien: Kommunikation, Empathie – und so einiger Spaß (5.4.2026)

Foto: Katharina Schiffl
Helfen heißt es! Einem Idealisten in der heimischen Theater-, Musiktheaterszene beistehen, um ihm die Verwirklichung des Zieles einer sozial gedachten Spielstätte für Junge (wie auch für die vielen alten Wiener) zu ermöglichen. Dessen bittender Aufruf ist zu hören: Besucht die neu konzipierte Freie Bühne Wien! Keine zu große Angst: Kein hochgestochenes, doch niveauvolles Unterhaltungstheater soll geboten werden. Mit viel Kommunikation. Vor allem aber: Die große Aufgabe ist das Einbeziehen von Jugendlichen wie auch von Kleineren in den Kulturbetrieb.
Österreichs Bundestheater haben ihre Schwerverdiener, in den Vereinigten Bühnen der Stadt Wien treffen wir trotz derzeitigen Entlassungen so einige Schwerstverdiener, im ORF haben sich die Allerschwerstverdiener eingenistet. Klar, keine Vergleiche mit dem abgenützten Theatersaal im Hochparterre eines abgenützten Hauses auf der Wiedner Hauptstraße. Doch hier gibt es nur eine Null: Null Subventionen, null öffentliche Hilfe, vorläufig jedenfalls kein Verständnis bei den Politikern für ein vor allem auf Empathie beruhendem Kulturbedürfnis. Ein vorläufig die Kosten aufbringender Direktor ist wohl da: Gernot Kranner, gestandener Komödiant, Sänger, Regisseur, von den Musicalbühnen bis zur Volksoper weitergereicht – kein Wiener, ein Steirer. Und Kranner ist immer wieder mit Programmen für Kinder unterwegs.

Foto: Katharina Schiffl
Noch muss es sich einspielen, noch wirkt in den ersten Wochen das Einstiegsprogramm etwas löchrig. Eben: Öffentliche Unterstützung im absoluten Nullbereich. Doch solch ein Sing-Along-Musical Konzert mit „Kranner hoch drei“ kann überall zum Hit werden. Die Kranner-Family hingebungsvoll zu dritt: Der sich sängerisch, darstellerisch austobende Gernot Kranner, sein in Deutschland engagierter Bruder Reinwald und dessen fein geschultes munteres Töchterlein Stella – alle echt echte Vollblutmusiker. Und Stellas Gesang könnte bei dem Song Contest auch mit weit wertvolleren Liedern als jetzt im Angebot Aufmerksamkeit finden. Mit Frizz Fischer als impulsiven Begleiter vermag dieses Trio seinem mitgehenden Publikum total hitzige Showstimmung zu vermitteln. Zugabe auf Zugabe. Und wenn schließlich noch am Ostermontag die ihren Geburtstag feiernde 85jährige Mutter der Drei auf die Bühne gebeten wird – das ist so richtig gelebte Empathie.
Gernot Kranner bittet, bittet und noch einmal: Helft mit, helft uns eine Kommunikationsstätte aufzubauen. Und vorerst einmal ein sicherer wie kultivierter Tip für die nächsten Wochen: Edeljodlerin Agnes Palmisano führt mit „Nestroy und die Frau Weiler“ mit Witz in Wiens Biedermeier. Bei einem Sonntagsplauscherl und Kaffe trinkend wird generationenübergreifen über „Gott und die Welt“ sinniert. Und Kranners Mitsing-Musicals „Der kleine Prinz“ oder „Mogli und das Dschungelbuch“ zählen zur bewährten Kinderliteratur. Aber auch eine „Schule der magischen Musical-Tiere“ steht hier den Kleinsten offen. Nochmals: Kranner bittet die Wiener um Unterstützung. Locker mal versuchen: FREIE BÜHNE WIEN – Wiedner Hauptstraße 60 B – 0664/372 3 272 – office@fbw.wien – oeticket-Ticketshop

Foto: Katharina Schiffl
Meinhard Rüdenauer

