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WIEN/ Festwochen/ Museumsquartier: VOM K1 PARSIFAL ZUR FINALEN GÖTTERDÄMMERUNG

17.06.2026 | Oper in Österreich

Wiener Festwochen: Vom KI-Parsifal zur finalen Götterdämmerung (17.6.2026)

Wiens derzeitiger Gastintendant der Festwochen, Milo Rau, bittet im Finale des heurigen Gastspielreigens zur Sommersonnenwende am Sonntag alle ‘Sterblichen wie Unsterblichen’ zur „Götterdämmerung“ seiner von ihm ausgerufenen Republic of Gods in das Haus der Republik. Bitte, leger so überdrüber für die Wiener – das ist das Badeschiff am Donaukanal. Schwimmen ist erlaubt.

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Foto: Festwochen/ Nurith Wagner-Strauss

So richtig überdrüber ist den hiesigen Opernfreunden eine etwas weniger stimmige überdrüber „Parsifal“-Produktion von Opera Ballet Vlaanderen in Gent präsentiert worden. Locker, locker rein in die Halle E im Museumsquartier! Nicht mit Badehose, doch sommerlich eher erheitert relaxed. Sehr guter Besuch. Zur ersten Pause ist allerdings ein ganz schöner Abgang einiger Besucher mitzuverfolgen gewesen. Zur zweiten nochmals ein gehöriger Publikumsverlust ….  doch am Ende: Ein stark zustimmender Beifall der Ausharrenden für gute Sänger in kurioser Gewandung, für das ORF-Orchester, den Schönberg-Chor.

Vorgeführt wird ein „Parsifal“ in extremem KI-Format in der Szene und einer im Kern simplen Inszenierung. Eher kein Kitsch, wohl schon um einiges drüber hinweg. Bühnenbildner Markus Selg führt mit Unterstützung von einem Videodesigner wie kreativer Technologie vor, welche optischen Genüsse auf künftige Opernbesucher zukommen könnten. Eine unablässig überflutende Videofolge ist bemüht die endlosen Wagner-Stunden zu behübschen. Ganz ohne Anspruch auf künstlerische Werte -– immer wieder öde weite Bergketten, verdorrte Landschaften, drohendes Gewölk, Vulkanausbrüche, andere Eruptionen, Dornenkrone, brennende Wälder, Schicksalsvögel schwirren herum, verwesende Tote am Schlachtfeld und …. verklärender Lichterglanz zur wagnerischen Verklärung. Diese andauernde Bilderflut zieht zumeist ohne Assoziationen zur musikalischen Erzählung vorbei. 

Regiedame Susanne Kennedy begibt sich nach ihren Worten auf ein spirituelle Weise. Hilft sich jedoch mit banaler Symbolik aus. Darf man sagen: Wagners Ethos wird entzaubert? Parsifal (Russell Thomas), Gurnemanz (Albert Dohmen), Kundry (Dsjhamilja Kaiser), Amfortas (Kartal Karagedik), Klingsor (Werner Van Mechelen) stehen, sitzen zumeist herum, klagend und oder still starrend und wartend auf ihre Erlösung. Dirigentin Yi-Chen Lin kann als Begleiterin mit dem Orchester die richtigen Stimmungen zu den langen Monologen finden. Die Blumenmädchen wie die Wucht der kraftvollen Motive oder das strahlende Finale zur allgemeinen Erlösung verfehlen nicht ihre Wirkung: Der Schlussbeifall hat sich sehr positiv angehört.

Meinhard Rüdenauer

 

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