Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Festssaal Gatterburggasse: „1797 – EIN GUTER JAHRGANG: SCHUBERT-HEINE-DONIZETTI“

07.05.2019 | Konzert/Liederabende


David Hausknecht, Oscar Ore. Foto: Herta Haider


Johanna Baader (rechts) mit ihrer Cousine Christina Baader. Foto: Herta Haider

Wien 19., Gatterburggasse 14/ Festsaal Bezirksvorstehung/ MERKER-SALON

„1797 – EIN GUTER JAHRGANG: SCHUBERT-HEINE-DONIZETTI“ (6.5.2019)

Eine Fundgrube für Talente war der Merker-Salon, der von der umtriebigen Elena Habermann in Döbling seit Jahren souverän organisiert wird, schon immer. Diesmal kam es neben der Präsentation von Stars von morgen obendrein zu einer ganz und gar unkonventionellen Programmzusammenstellung durch zwei junge Nachwuchs-Sänger:  die österreichische Sopranistin Johanna Baader – sie ist im Zweitberuf Illustratorin – und der peruanische Tenor Oscar Ore sangen – ausgezeichnet am Klavier unterstützt vom „Einspringer“ David Hausknecht– Werke von Franz Schubert, Heinrich Heine und Gaetano Donizetti, Diese 3 Künstler (Heine, Donizetti und Schubert) haben alle  als Geburtsjahr 1797, repräsentieren also einen „guten Jahrgang“.

Und so ergab sich ein interessanter Programm-Mix, der von den jungen Künstlern sehr ambitioniert vorgetragen wurde. Im Mittelpunkt stand logischerweise der Lieder-Zyklus „Schwanengesang“ von Franz Schubert nach Texten von Heinrich Heine, auf den beide Sänger zugriffen. Johanna Baader wählte „Der Atlas“, „Ihr Bild“ und „Das Fischermädchen“  sowie „Die Stadt“, „Am Meer“ und „Der Doppelgänger“ . Mit einer mächtigen Stimme ausgestattet, die an die junge Hilde Konetzni erinnert, verfügt sie über das was man als „vielversprechend“ bezeichnen muss. Neben einer dunklen, üppigen Mittellage entwickelt sie vor allem in den oberen Stimm-Lagen einen mächtigen, runden „Glockenton“. Mitunter gibt es noch gewisse Schärfen bei den Spitzentönen, der Textvortrag ist perfekt, die Art des Vortrages zu statisch.

Ganz anders der aus Peru stammende „Feschak“ Oscar Ore – er wählte von Schubert die „Gassenhauer“ „Ständchen“, „Wanderers Nachtlied“ und „An die Musik“mit dem Dank für die Reisen in „Bessere Welten“. Er hat eine „Naturhöhe“ (deshalb auch die Arie des Tonio aus „La fille du regiment“) aber am Passaggio der Mittellage muss er noch arbeiten. Das hörte man eher bei Schubert als bei Donizetti. Aber auch er zählt in die Kategorie „hochbegabt“! Der Pianist David Hausknecht, der erst am Tag des Konzert von seinem „Glück“ erfuhr, spielte bravourös Beethoven (1.Satz Sonate Nr,7) und Schumann(Kreisleriana). Oscar Ore  trug  noch zwei weitere Titel von Donizetti vor :„Eterno amore“ und „La tradimento“. Johanna Baader wählte als Zugabe die „Zueignung“ von Richard Strauss und wich damit von der Vorgabe des guten Jahrganges „1797“ ab.

Alles in allem: ein interessantes Programm mit Sängern, deren Namen man sich merken sollte.

Peter Dusek

 

Diese Seite drucken