Ehrbar Saal: Chopin ganz verführerisch
19.4.2026

Der historische Ehrbar Saal, seit einiger Zeit etwas renoviert und nun von der Klavierfirma C. Bechstein geführt, wird immer mehr von in Wien lebenden Musikern, eher jüngeren, und den unterschiedlichsten Ensembles als guter Platz zum Konzertieren angenommen. Sogar ein eigenes kleines Orchester spielt hier nun gelegentlich auf: die Ehrphilharmonie Wien. Geleitet von Andrea Götsch, der jungen Klarinettistin der Wiener Philharmoniker. Und von ihr versiert dirigiert – sie baut sich hier eine Dirigentenkarriere auf. Diesmal mit Franz Schuberts 3. Symphonie und der Uraufführung der Chor-Orchesterphantasie „Memorias de los espi“ des jungen Kolumbianers Yeison Buitrago Vargas: Die Reize von Romantik wie Moderne haben impulsiv wie stimmig gewirkt.
Frédéric Chopins 1. Klavierkonzert ist jedoch der Höhepunkt gewesen. Pianistin Natalia Rehling, an der Wiener Musikuniversität unterrichtend, lockte das Publikum in einen wahren Chopin-Rausch. Dabei ungemein transparent wie auch feinst dynamisch abgestuft mit Bravourtechnik aufbereitet. Und in dieser glasklaren Interpretation ist keine Facette der verinnerlichten wie verführerischen Romantik dieser Musik verloren gegangen.
Info: www.ehrbarsaal.at
Meinhard Rüdenauer

