Bühne Wieden: Béla Fischer – was sagt das Herz ? (21.2.2024)

Einer der Feinen, doch nicht sichtbar, da verborgen hinter den Vorhängen der Österreichischen Bundestheater: Béla Fischer, vier Jahrzehnte lang Ballettkorrepetitor in Staats- wie Volksoper, abgeklärt und wohl über so manch kurzlebigen, rasch wieder verschwundenen choreographischen Zeitgeist dieser Jahre stehend. Sicher jedenfalls: Ein sensitiver wie diskreter Pianist und Komponist, welcher nun seine kreativen Möglichkeiten – auch literarische, bildnerische – in einem One-man-Crossover Projekt, keinem aufgedonnerten, unter dem Titel „Klangfarben der Leidenschaft“ fokusiert hat. In der ‚Freien Bühne Wien‘, nicht ganz allein: Volksopern-Sopran Lauren Urquhart singt zwischendurch Songs von ihm, Englisch gestylt.

Béla Fischer. Copyright: B. Fischer
Béla Fischer verströmt als hochsensibler Mann am Klavier reinen Wohlklang und Besinnlichkeit aus. Er zaubert zu ätherischen Videos und Projektionen Stimmungbilder herbei, greift auch zur Geige. Seine Gedichte, gelesen von Miguel Herz-Kestranek in Studioaufnahmen, lassen an verflossene romantische Edellyrik denken. Meditativ …. und noch ein Spur mehr. Das Leben zieht mit ruhigem Atem vorbei, dezent kommt in den Reflexionen Wehmut auf, Resignation. Starke Augen blicken von der Projektionswand. Ungebrochene Harmonien im fließenden Klavierklang, ohne jegliche Dissonanzen – eine feine Musikerseele blickt in aller Reife auf starke, durch Kunst vergeistigte Leidenschaften vergangener Jahre zurück. Und mit „Es liegt mir am Herzen …. “ weist er auf verbliebene Illusionen hin.
Meinhard Rüdenauer

