WIEN / ASTORIA ARTSHOW
Astoria Garage
10.-13.09.2026
1080 Trautsongasse 4
Kunst statt Parken: Wiener Galerienszene belebt historische Astoria Garage
Das Publikum steht Schlange in der Josefstadt, und das aus gutem Grund: Mit einem ambitionierten Konzept feiert ein neues Kulturevent Premiere. Unter dem Titel „Astoria Artshow“ verwandelt der Verein VAU – Vienna Art United ein stillgelegtes Parkhaus in eine temporäre Kunsthalle. Rund 400 Werke von renommierten Kunstschaffenden wie Xenia Hausner, Amoako Boafo und Kiki Kogelnik sowie aufstrebenden Talenten sind hier aktuell zu sehen.
Ein minimalistisches Konzept europäischer Galerien
Hinter dem Großprojekt steht ein Zusammenschluss von 35 führenden Wiener Galerien. Für die Ausstellung konnte der Verein VAU 80 renommierte Galerien aus ganz Europa gewinnen. Das Konzept setzt auf bewusste Reduktion: Jedes teilnehmende Haus präsentiert auf den Decks jeweils nur eine einzige künstlerische Position.

Xenia Hausner „Industrial Design“ 2017, Courtesy: Jaegres Art Fondation
© Dietrich-Schulz

Amoako Boafa, Courtesy: Art Kratochwill
© Dietrich-Schulz
Vom „Lost Place“ zum Kultur-Hotspot
Der eigentliche Star der Schau ist jedoch die Location selbst: die Astoria Garage in der Trautsongasse 4 im 8. Wiener Gemeindebezirk. Das Bauwerk blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle die Auerspergsche Reitschule. Im Jahr 1918 errichtete Franz Mörtinger hier nach Entwürfen von Dipl.-Ing. Cesar Karrer Wiens erste Großgarage samt Reparaturwerkstätte.
Ab 1935 wurde der Komplex zu einer sechs Etagen umfassenden Turmgarage erweitert. Mit ihrer markanten Glaskuppel und den weitläufigen, lichtdurchfluteten Parkdecks gilt sie als architektonisches Juwel. Der Name „Astoria“ weckte schon damals Assoziationen von einem freien Blick in den Sternenhimmel.
Ein Signal für den Kunststandort Wien
Nachdem der reguläre Garagenbetrieb im Juni 2024 eingestellt wurde, drohte der geschichtsträchtige Bau zu einem „Lost Place“ zu verkommen. Die Zwischennutzung durch die Vienna Art United haucht der Industriearchitektur nun neues Leben ein. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Stadt Wien – ein starkes Signal, das in der Kunstszene die Hoffnung auf eine längerfristige Etablierung des Formats nährt.
Elisabeth Dietrich-Schulz

